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Author: Maria Zehentner / Translation: Elke Weninger
Beitrag vom: 20.07.2017

Das Land welches ursprünglich nicht auf unserer Route stand!

 

Tadschikistan Juni 2017


In Sariosiyo verließen wir Usbekistan und rollten Richtung Ausreise. Die Grenze wirkte wie ausge-storben, lediglich zwei italienische Motorradfahrer warteten auf die Freigabe. Da die Beamten vermutlich mit Langeweile zu kämpfen hatten, ließen sie es sich nicht nehmen in den Truck zu kletterten um einige Schubladen zu durchsuchen. Allerdings fanden sie nichts von Bedeutung. Selbst Medikamente, Handys und Kameras erweckten kein Interesse. Ich schätze es dauerte keine Stunde und wir konnten weiter zu den tadschikischen Kollegen.

Wie immer waren die Beamten sehr freundlich, und es wäre auch die schnellste Grenzabwicklung gewesen, wenn da nicht die Sache mit der Straßengebühr gewesen wäre. Ursprünglich wollten sie $25 (Gebühr für PKW) einkassieren, doch als wir mit dem Truck vorfuhren stieg der Preis auf $100 (Gebühr für LKW). Leander verwies immer wieder auf den Eintrag im Zulassungsschein, dass Akela ein PKW wäre. Doch Anhand seines Erscheinungsbildes war dies natürlich schwer zu argumentieren. Unser Oldie wiegt zehn Tonnen und hat nicht wirklich viel Ähnlichkeit mit einem herkömmlichen Personenkraftwagen. All unsere Versuche der hohen Gebühr zu entkommen waren ergebnislos, bis sie uns schlussendlich weichgeklopft hatten und uns die Sache zu dumm wurde. Wir knallten ihnen $100 vor die Nase, stiegen ein und suchten das Weite. Ein völlig neues Fahrgefühl überkam uns, die Straße nach Duschanbe war in einem ausgezeichneten Zustand, was wir nach dem Straßendesaster in Usbekistan gar nicht mehr gewöhnt waren.

Bereits in Buchara (Usbekistan) hatten wir von einem Mechaniker in Duschanbe gehört, der 15 Jahre in Deutschland bei Mercedes gearbeitet hatte. Bevor wir den Pamir Highway in Angriff nahmen, wollten wir Akela noch einmal von Grund auf inspizieren lassen, und Anar`s Werkstatt eilte ein hervorragender Ruf voraus.
Es war eine Wohltat für uns wieder auf gepflegten Straßen unterwegs zu sein, weshalb die 70 km von der Grenze bis in die Hauptstadt wie im Flug vergingen. Dennoch war es schon spät geworden, als wir die Stadt erreichten. Auf maps.me, unserem Navigationssystem, sah es so aus als ob rund um die Werkstatt genügend freie Fläche zum Parken vorhanden wäre. Allerdings sahen die Gegebenheiten, wie so oft, vor Ort anders aus. Wir liebten es, mitten in Großstädten mit unserem Zehntonner auf Stellplatzsuche zu sein. Da wir nichts geeignetes fanden kurbelte ich das Fenster runter und bat einen jungen Mann um Hilfe, bezüglich eines geeigneten Platzen. Er wusste auch nicht recht wohin mit unserem Koloss, aber das amüsante war, Abdul sprach deutsch, da er mehrere Jahre in Köln gearbeitet hatte.
Nachdem wir Akela notdürftig mehr schlecht als recht neben einer Müllhalde abgestellt hatten, lud uns unsere neue Bekanntschaft zu sich nach Hause zum Abendmahl ein. Spontan folgten wir ihm und wurden von seinen Schwestern mehr als vorzüglich bekocht. Tags darauf begleitete er uns zu einer Geldwechselstube und war uns dabei behilflich eine tadschikische Sim Karte zu organisieren. Leider konnten wir ihn in dem Cafe in das wir anschließend einkehrten nicht einmal auf ein Glas Wasser einladen, da er sich strikt an die Regeln des Ramadan hielt, die es erst nach 20 Uhr erlaubten Nahrung und Flüssigkeit aufzunehmen.

Wir waren viel auf den Beinen gewesen an diesem Tag und die heißen Temperaturen unter Tags sorgten auch nicht gerade für Erfrischung, weshalb wir abends völlig müde und erschöpft in unsere Betten vielen und schon gespannt auf den morgigen Tag waren. Wir hatten Anar telefonisch erreicht und uns um 09:00 Uhr in seiner Werkstatt verabredet.
Der gebürtige Aserbaidschaner, der mit einer Tadschikin verheiratet ist, war uns auf Anhieb sympathisch. Die nächsten zwei Tage verliefen relativ unspektakulär. Anar`s Team konnte keine gröberen Mängel an unserem Truck feststellen.
Die Lichtmaschine, die uns in Usbekistan notdürftig zusammengeflickt worden war, bekam grünes Licht, der Kilometerzähler, der bis dato schon zweimal kaputt gegangen war, wurde repariert und ich denke ein paar Kleinigkeiten noch, das wars. Leander deckte sich noch vorsorglich mit Liqui Moly Produkten ein, die Anar in seiner Werkstatt vertrieb. Somit sollte Akela Pamir tauglich sein.

Doch zuvor wollten wir noch einen Abstecher in die nördlich von Duschanbe gelegenen Fann Mountains machen, welche eine Bergkette im Pamir bilden und von zwei Flüssen begrenzt werden. Tadschikistan, Usbekistan und sowohl Kirgistan haben Anteil an diesem wunderschönen Wander- und Seengebiet, dessen höchste Erhebungen auf über 5.000 m hinausragen.

Vor der Abreise luden uns Anar und seine Familie noch in einen Biergarten ein, und ich muss sagen, die Ähnlichkeit zu einem österreichischen Schanigarten war wohltuend. Wir saßen im Freien auf Holzgarnituren unter riesigen Maulbeerbäumen (bei uns sind es halt meist Kastanienbäume), tranken selbst gebrautes Weißbier und aßen Gegrilltes und Salat. Lediglich das Dirndl und die Lederhosen beim Personal haben gefehlt, aber ansonsten sehr authentisch.
Endlich ging es ab in die Natur, was haben wir uns danach gesehnt.
Nachdem wir wochen- und monatelang durch Sand, Staub, Wüste, Hitze und Städte gefahren sind, waren wir schon ganz scharf auf ein wenig Wandern und Baden. Die Straßen in die Fann`s waren in ausgezeichnetem Zustand. Als Ziel hatten wir uns Alaudin Lake ausgesucht. Den Ort Sarvoda, von wo aus die Abzweigung Richtung Alaudin See abging hatten wir relativ zügig erreicht. Doch von da an war schluss mit lustig. Die Straßen wurden eng, matschig und sehr schwer befahrbar. Wir benötigten eine Unmenge an Zeit um in das kleine Dorf Pasrud zu gelangen, von wo der Weg zum See führte.
Im Ort erkundigten wir uns noch mehrfach bei den Einheimischen, ob die Zufahrt für unseren Truck geeignet war, denn sie sah nicht gerade einladend aus. „Oh, karascho-karascho“ hieß es immer wieder, frei übersetzt - kein Problem. Etwas skeptisch vertrauten wir den Ortskundigen und ratterten los. Doch sonderlich weit kamen wir nicht, bereits die ersten Meter bereiteten uns gehörig Schwierigkeiten. Der Weg ging steil bergauf, große Steinklumpen lagen immer wieder auf der Strecke, kombiniert mit riesigen Schlaglöchern. Die Straße war kaum breiter als unser Brummi und mit zahlreichen Serpentinen gespickt. Immer wieder stieg ich aus und lief voran um die Straße abzuchecken. Ich denke mein Gesichtsausdruck bei manch Passagen trug nicht unbedingt zu einer positiven Motivation bei. Mehr schlecht als recht ruckelten wir Meter für Meter voran, bis wir an eine Stelle kamen die uns zu „heiß“ wurde. Auf der einen Seite der Berg um den sich die Straße schlängelte, und auf der anderen ein Abgrund, der unzählige Meter in eine mit einem reißenden Bach gefüllte Schlucht reichte. Die Breite der Straße schien gerade mal für einen kleinen Lada zu reichen, der uns eingehüllt in einer Staubwolke entgegenkam. Der Fahrer stieg aus, lächelte und kommentierte die Straße ebenfalls mit „karascho“.
Doch wir vertrauten unserem inneren Bauchgefühl. Die erste Passage auf unserer ganzen Route, die wir definitiv nicht in Angriff nehmen wollten. Gott sei Dank befanden wir uns gerade an einer Stelle, an der Leander, mehr schlecht als recht, wenden konnte. Mit Herzflattern und beinahe vollen Hosen waren wir froh, wieder im Ort unten zu sein.


Die Dorfbewohner ebenso, wie es denn Anschein erweckte. Es schien, als ob das ganze Village auf den Beinen war um uns zu beäugen. Sonya, eine aufgeweckte und redelustige Tadschikin schnappte uns gleich am Arm, zog uns in ihr Haus und reichte Cay und Brot. Zum Abendessen folgten wir dann der Einladung einer anderen Familie. Gespeist haben wir im Dunklen, da auf Grund des schlechten Wetters Stromausfall herrschte. Wir saßen auf Decken am Boden und hatten keine Ahnung was wir aßen, aber es schmeckte super gut. Die Hausherrin bot uns vehement an, in ihrem Haus zu übernachten, doch wir lehnten dankend ab, was sie schlussendlich auch verstand.


Da es uns unmöglich war mit Akela bis zum See zu gelangen, beschlossen wir tags darauf mit unserer Honda unser Glück zu versuchen. Doch auch die Enduro tat sich immer wieder schwer auf der Schotterpiste. Zum Einen war sie natürlich mit 2,5 Personen und Gepäck überladen, zum Anderen schien sie nicht einwandfrei zu laufen. Die letzten Kilometer konnten Lennox und ich auf einen Jeep umsteigen, welcher ebenfalls zum See unterwegs war. Oben angekommen mussten wir noch einige Höhenmeter zu Fuß meistern, was nicht das Problem gewesen wäre. Doch unser Mountaingeisslein machte uns einen Strich durch die Rechnung.
Er setzte keinen einzigen Schritt vor den Anderen ohne dabei zu murren oder zu meckern. Einmal drückten die Wanderschuhe, dann hatte er einen Stein im Schuh, Hunger und Durst plagten ihn, obwohl wir reichlich gefrühstückt hatten, die Puste ging ihm aus, er hatte Seitenstechen, es war zu anstrengend ... ein einziges Theater. Für beide Seiten wohlgemerkt! Wir wussten nicht was los war. Zu Hause stieg er auf unserem Hausberg manch Erwachsenem auf dem Weg zum Gipfel davon, und hier? Jeder Meter mit ihm bedurfte enormer Motivation und Zuwendung, was gerechtfertigt gewesen wäre, hätte es sich um eine Gipfelbesteigung eines dementsprechenden Berges gehandelt. Aber auf dem Wanderweg zu einem See? Selbst meine über 80 jährige Mutter hätte dies noch ohne Herzinfarkt bewältigt. Er war faul geworden. Die vielen, vielen Kilometer die wir gefahren sind, ohne großartig Zeit für Unternehmungen, hatten ihre Spuren hinterlassen. Er hatte seine Freude am Berg gehen verloren, und das Attribut „langweilig“ sprudelte sowieso bei jeder Gelegenheit aus seinem Mund. Unsere anfängliche Wut switchte sehr schnell in Verzweiflung um. Setzten wir doch alles auf eine Karte und hofften, dass sich unser Youngstar in den Bergen, wo er sich zumindest zu Hause so wohl fühlte, wieder einkriegen würde.

Doch so wie es aussah, hatte er keinen Bock mehr darauf. Ergo rasselte auch bei uns Erwachsenen die Stimmung in den Keller, sodass wir den ersten Eindruck vom Alaudin Lake, der wirklich wunderschön war, an getrennten Ufern genossen. Nach gut einer Stunde hatten sich die Gewitterwolken etwas aufgeklärt und die Emotionen gelegt. Wie dumm waren wir eigentlich, an einer der idyllischsten Kulisse die sich uns seit unserer Reise dargeboten hatte, zu streiten. Es sah aus wie daheim auf der Alm. Ein smaragdgrün schillernder See war kitschig eingebettet in eine verschneite Berglandschaft.
Saftig grüne Wiesen, auf denen Kühe weideten, reichten bis ans Ufer des Sees und große Bäume sorgten für Schatten. Viele Kilometer bedurfte es, um sich endlich wieder ein bisschen wie zuhause zu fühlen. Und das tat ungemein gut! Weshalb wir beschlossen, sobald wir mit unserer Cross wieder im Dorf angelangt waren, dort ein Taxi zu organisieren, um zeitig am nächsten Morgen bepackt mit Zelt und Co, zurückzukehren.

Beinahe pünktlich um Acht stand der Taxifahrer bereit. Wir schmissen unser Zeug in den Kofferraum und starteten los. Knapp eine Stunde dauerte die mühsame Fahrt zum See. Das letzte Stück zu Fuß gestaltete sich nicht ganz so mühsam mit Lennox wie Tags zuvor, weshalb wir gut gelaunt unser Zelt aufbauten und Holz für ein Lagerfeuer sammelten. Für eine schnelle Abkühlung war der See ok, doch zum baden viel zu kalt, denn immerhin bewegten wir uns auf knapp 3.000m Höhe. Am Nachmittag wanderten wir ein Stück Richtung Gletscher.
Fragt nicht, mit welchen Mitteln unser Kleiner versucht hat die Wanderung zu boykottieren. Irgendwann haben Leander und ich beschlossen ihn zu ignorieren und einfach unser Tempo zu gehen. Was dem gnädigen Herren aber auch nicht recht war, denn alleine zurückbleiben wollte er auch nicht. Wodurch er gezwungen war zu gehen. Da wir beide relativ zügig voranschritten, blieb ihm wohl keine Luft mehr zum jammern, denn er musste sich sputen um uns nicht zu verlieren. Als wir wieder unten am Zeltplatz ankamen, war die Welt wieder in Ordnung. Während ich das Abendessen am Gaskocher bereitete, entfachten Leander und Lennox das Feuer, denn es war bereits kalt geworden. Mit Musik am Lagerfeuer ließen wir den Abend ausklingen, ehe wir erschöpft in die Schlafsäcke krochen.


Am nächsten Morgen staunten wir nicht schlecht, als uns Stefan, Remo und der lustige Alex über den Weg liefen. Wir wussten zwar über ihre Pläne, eine mehrtägige Wanderung über die Bergkette zu machen um zum Alaudin Lake zu gelangen, Bescheid. Doch dass es sich wirklich punktgenau mit einem Treffen ausgehen würde, damit hatten wir nicht gerechnet. Um zwölf Uhr holte uns das Taxi wieder ab, und die drei Jungs waren froh, eine Mitfahrgelegenheit ins Dorf zu haben.


Wir konnten uns zwar nicht vorstellen, dass der Alaudin Lake getoppt werden konnte. Doch wir wollten es mit dem nur knapp 60 Kilometer entfernten Iskanderkul Lake versuchen. Der Name des Sees geht auf Alexander den Großen zurück, dessen Pferd der Legende nach angeblich im See ertrunken sein soll. Im Internet fanden wir viel Positives darüber zu lesen und die Bilder wirkten ebenfalls sehr einladend. Die Jungs schmissen wir in die Fahrerkabine und starteten los. An die schlechten Pisten waren wir mittlerweile schon gewohnt, weshalb es für uns auch nicht mehr aussergewöhnlich war, für oft nur wenige Kilometer mehrere Stunden zu benötigen. Jedoch hat sich dieser Aufwand diesmal nicht gelohnt.
Das Wetter war diesig mit leichtem Nieselregen, gut – daran trägt niemand Schuld, trotzdem trug es zur Stimmung bei. Der See war riesig, und beinahe von allen Seiten mit steilen Felswänden ummantelt. An den wenigen Badeufern die es gab, waren kleine Feriensiedlungen untergebracht, die noch aus der Sowjetzeit stammten. Das ist nun gut 30 Jahre her, und dementsprechend sahen die Unterkünfte auch aus, heruntergewirtschaftet und renovierungsbedürftig. An einer Bucht befand sich das Ferienhaus des tadschikischen Präsidenten, doch selbst das wirkte verfallen und ungepflegt. Der Zustand der Villa ließ vermuten, dass es dem Regierungschef persönlich auch nicht sonderlich gut am Iskanderkul See gefiel und er seine Ferien vermutlich woanders verbrachte. Verzweifelt suchten wir einen Stellplatz bzw. Zeltplatz für uns und die Jungs, was nicht einfach war.
Der Boden war aufgeweicht und teilweise wasserüberflutet, weshalb wir direkt neben der Straße hielten um zu übernachten. Es regnete die ganze Nacht durch und wollte auch am Morgen nicht aufhören, was wirklich Seltenheitswert hatte seitdem wir Österreich verlassen hatten. Wir hatten uns mittlerweile schon daran gewöhnt von strahlendem Sonnenschein geweckt zu werden. Das Wetter und die umliegende Landschaftsszenerie machten uns die Entscheidung leicht und wir beschlossen einstimmig, den angeblich wunderschönen Wasserfall der sich in der Nähe befand, zu canceln und zurück nach Duschanbe zu fahren, dem Einstieg des Pamir Highways.

Ein langer Fahrtag stand uns bevor, doch in netter Gesellschaft vergeht die Zeit schneller und erscheint weniger anstrengend. Lennox war glücklich, weil ihn Stefan auf seinem Handy Star Wars spielen ließ, Leander fand in Remo endlich jemanden mit dem er sich über „Fotozeugs“ unterhalten konnte, wo ich ja der komplett falsche Ansprechpartner war. Und ich war froh, dass alle zufrieden waren, was für mich ein wenig Ruhe bedeutete.

Gegen Abend erreichten wir dann die Hauptstadt. Da wir nicht wussten wohin, folgten wir den Schweizern in ihr bereits gebuchtes Hostel. Der Besitzer war außerordentlich nett und verlangte für Parken, Frühstück und Internetnutzung keinen Cent, lediglich fürs Wäsche waschen mussten wir bezahlen, was selbstverständlich war.
Telefonisch kündigten wir uns erneut bei Anar in der Werkstatt an, da wir auf dem Weg zum Alaudin See festgestellt hatten, dass unsere Honda nicht voll funktionstüchtig war. Anar vermittelte uns drei Ecken weiter an einen Motorradmechaniker, der nach längerem Suchen herausfand, dass die Batterie im Eimer war. Er bestellte eine Neue, die allerdings einen Tag Lieferzeit hatte, weshalb wir die Zeit nutzten und in ein tadschikisches Freibad gingen.

Auch dort zollten die Bademeister Lennox großen Respekt für seine Schwimmkünste. Dennoch mussten wir sie lange überreden unseren Zwerg auf die Rutschen zu lassen, die erst ab 12 Jahren freigegeben waren. Nach mehreren Stunden Badespaß packten wir zusammen und fuhren zurück zum Hostel. Dort angekommen verkündete uns Remo voller Freude, dass ein rumänisches Pärchen mit einem sechs jährigen Knaben im Guesthouse ankommen sollte. Die Familie war mit einem Motorrad mit Sidecar unterwegs, doch leider waren keine Zimmer mehr verfügbar, weshalb sie sich anderwärtig umsehen mussten.
Doch Remo, schlau wie er war, gab ihnen unsere Kontaktdaten weiter um sich mit uns in Verbindung zu setzen, da er wusste, wie sehr Lennox die Gesellschaft von anderen Kindern vermisste. Die Familie plante ebenfalls den Pamir Highway zu fahren und es dauerte auch nicht lange, da hatten wir bereits die erste Nachricht von ihnen. Wir verabredeten ein erstes Kennenlernen am nächsten Tag.
Treffpunkt war Anar`s Werkstatt, da wir dort noch unser Motorrad, hoffentlich mit neuer Batterie, abholen mussten. Sie waren nicht zu übersehen als sie mit ihrem Gefährt in den Werkstatthof einfuhren.

Im Grunde stimmte die Chemie auf Anhieb. Mihai war Pressefotograf, was natürlich Leander nicht ungelegen kam. Auf gut deutsch, die beiden hatten keine Probleme genügend Gesprächsstoff zu finden. Mit Oana wäre es mir ebenso ergangen, hätte sie nur ein kleines bisschen besser englisch gesprochen. Bei den Kindern machten wir uns sowieso keine Sorgen. Vladimir sprach zwar kein Wort englisch, doch schon wenige Minuten nach dem Kennenlernen tollten die beiden herum und hatten Spaß.
Weshalb es nicht vieler Worte bedurfte um zu beschließen, dass wir den Pamir als gemeinsames Projekt angehen würden. Vielen Dank an dich Remo, dass du die Weichen für eine tolle Freundschaft gelegt hast.


Von den beiden Schweizern und Alex dem Russen war es nun endgültig an der Zeit Abschied zu nehmen. Nach einem gemeinsamen Abend im Biergarten von Duschanbe und bestimmt einer der lustigsten Taxifahrten meines Lebens war es soweit. Die drei brachen zeitig am nächsten Morgen mit einem privaten Fahrer Richtung Pamir auf. Wir waren der rumänischen Familie dabei behilflich an eine lokale Sim Karte zu gelangen und stärkten uns noch mit einem Eis, ehe wir Duschanbe den Rücken kehrte. Wir waren gespannt was uns auf der zweithöchsten Fernstrasse der Welt erwarten würde, und insgeheim war ich froh, dass wir diese Aufgabe nicht alleine zu bewerkstelligen hatten.

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