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Author: Maria Zehentner
Beitrag vom: 27.01.2018

Das Land der schweigenden Lämmer!

Südkorea, November-Dezember 2017

Es war Boarding time für die Überfahrt nach Südkorea. Leander durfte Akela nicht selber auf das Schiff fahren. Im Schnelldurchgang erklärte er einem Angestellten von DBS wie unser Oldie funktionierte und konnte dann nur noch mit einem weinenden Auge beobachten, wie der Truck verladen wurde. Es war das erste Mal, seit der Große in unserem Besitz war, dass er einen Fremden hinters Steuer lassen musste. Selbst bei mir gab es zumeist Gemeckere. Ich ließ die Kupplung schleifen, schaltete zu abrupt, bekam den Rückwärtsgang nie rein... weshalb sich meine Fahrpraxis im Wesentlichen darauf beschränkte, dass ich Akela ein paar Meter vor oder zurück bewegte, wenn es um die Ortung sonderbarer Geräusche ging, oder beim Abschmieren damit jeder Schmiernippel erreicht werden konnte.
Unsere Fähre trug den wohlklingenden Namen „Eastern Dream“, was eigentlich sehr vielversprechend klang. Ein Funken Hoffnung machte sich in uns breit, dass eine dementsprechende Ausstattung des Schiffes, oder ein toller Service an Board den horrenden Ticketpreis rechtfertigen würde. Falsch gedacht! Anstatt eines Luxusliners erwartete uns ein heruntergekommener Dampfer auf dem es zog wie in einem Vogelkäfig.
An Bord teilte uns das Personal mit, dass wir ein Upgrade von der Second Class in eine Family Suite erhielten. Diese Nachricht erweckte wiederum Hoffnung. Doch wer jetzt mit dem Wort „Suite“ die Räumlichkeiten in einem Luxushotel assoziiert, liegt falsch. Wir betraten einen Raum der mit vier dünnen Yogamatten ausgelegt war. Auf jeder Unterlage befand sich eine noch dünnere Decke und ein Kopfkissen, that`s all. Es geht hier nicht um Luxus, doch für 2.500 € hätten wir eine einwöchige Kreuzfahrt buchen können die bestimmt lustiger gewesen wäre.
Die Überfahrt verlief äußerst rumpelig. Die hohen Wellen auf offener See lösten eine kleine Rebellion in unseren Mägen aus. Insofern gut, dass in dem Ticketpreis keine Mahlzeiten inkludiert waren, wär schade drum gewesen.

Nach knapp 24 Stunden Überfahrt schlugen wir am späten Vormittag im Hafen von Donghae auf. An der Ostküste am japanischen Meer gelegen unterhält der Hafen das Hauptquartier der südkoreanischen Marine, und genau so sah er aus. Ein Militärschiff neben dem anderen, in Reihe und Glied. Mit wackeligen Beinen staksten wir durch die Personenkontrolle, die erstaunlicherweise zackig über die Bühne ging. Während Akela von einem Angestellten der Reederei auf sicheren Boden kutschiert wurde, erledigten wir mit Mr. Kim von DBS, der bereits auf uns wartete, den Papierkram für den Truck und das Motorrad.
Wir hofften vor Ort mit unseren Argumenten einer Doppelbesteuerung, wie bereits im letzten Bericht erwähnt, zu entkommen. Ohne Erfolg! Uns wurde für beide Gefährte eine Kfz Haftpflicht-versicherung aufgebrummt.
Auch für die Cross, obwohl wir die nicht benutzen wollten. Zusätzlich sah das koreanische Gesetz vor, dass für beide Vehikel eine Gebühr an eine Firma entrichtet werden musste, die im Schadensfall für uns bürgte. Im Klartext mussten wir für ein koreanisches Carnet de Passage blechen (ATA Carnet), da unser internationales hier nicht anerkannt wurde. Korea schien mit international nicht viel am Hut zu haben. Jeder Ansatz einer Diskussion verlief im Sand. „This is corean law“, war das Einzige was wir immer wieder zu Hören bekamen. Mehr hatten uns die Beamten an Erklärungsbedarf nicht entgegen zu bringen. Viel Aufwand, Zeit und Geld ohne ersichtliche Logik. We like! Wir kamen nicht drum rum und bezahlten umgerechnet 500 €. Damit sollten wir zumindest für die nächsten drei Monate keine Schwierigkeiten mit der koreanischen Korrektheit haben.
Akela erwartete uns bereits auf dem Hafengelände und schien die Überfahrt gut überstanden zu haben. Wir schmissen unsere Rucksäcke rein, sprangen ins Führerhaus und sputeten uns, dass Hafengelände so schnell wie möglich zu verlassen.
Wow, wir waren in Südkorea gestrandet, wohl eines der exotischsten Länder die wir je bereist hatten. Während sich seit der Teilung Koreas nach dem Zweiten Weltkrieg im Norden ein stalinistisches Regime etabliert hatte, gehörte Südkorea aufgrund seiner Wirtschaftskraft zu den sogenannten Tigerstaaten, mit Weltmarken wie Samsung, Hyundai oder LG.
Kimchi, fermentiertes und sehr stark gewürztes Kraut, koreanische Popmusik alla „Gangnam Style“ des Sängers Psy, und statistisch die häufigsten Schönheitsoperationen an Frauen weltweit. Dafür stand Korea.
Unseren ersten Kilometern auf koreanischem Asphalt blickten wir mit Spannung entgegen. Raus aus der Hafenstadt fuhren wir entlang der Küste, wo das Meer mit heftigen Wellen an den Strand donnerte. Die Großstadt ging fließend über in beschaulich wirkende Ortschaften. Bäume und Grünflächen suchte man jedoch vergeblich. Vermutlich waren sie der dichten Besiedelung des Landes zum Opfer gefallen. Wir wurden mit den ersten Verkehrs- und Straßenschildern auf koreanisch konfrontiert. Das Hangeul Alphabet besteht aus 24 Buchstaben, von dem wir null Tau hatten. Die nächsten Wochen würden kommunikationstechnisch spannend werden?! Doch zu unserem Glück waren die Tafeln mit „englischen Untertiteln“ ausgestattet.
Nach der russischen Kälte spekulierten wir zwar nicht mit Badewetter, jedoch hofften wir eine der beiden Winterjacken die in Russland obligat war, ablegen zu können. Pustekuchen! Die Sonne lachte zwar in voller Pracht vom Himmel, doch die rauhe Brise die vom Meer an Land getragen wurde, ließ unsere Glieder bibbern vor Kälte.

Viele Kilometer hatten wir noch nicht auf dem Buckel, als uns ein riesiger Parkplatz direkt am Strand vor die Nase lief der sich zum Eingewöhnen gut eignete. Wir holten den verabsäumten Schlaf von der Fähre nach und schmiedeten Pläne für die nächsten Tage. Ich war doppelt froh über eine kurze Stehzeit. Endlich die hartnäckige Bronchitis los geworden, hatte ich mir auf der Schiffsfahrt eine Blasenentzündung eingefangen. Während ich eingehüllt in Decken und mit Wärmflasche meine Zeit im Lastwagen absaß, erkundeten Leander und Lennox die Gegend. Zumindest konnte ich vom Fenster aus den Kilometer langen Sandstrand anschmachten.
Nach zwei Tagen fühlte ich mich wieder soweit fit, dass wir Richtung Sokcho aufbrechen konnten. Die Stadt wirkte eher glanzlos und war vor allem bekannt als Ausgangspunkt für den nahegelegenen Seoraksan Nationalpark.
Wir waren erstaunt als wir durch die City rollten, denn am Strand tummelten sich unzählige Surfer im Wasser. Korea als Surfspott, wieder etwas dazu gelernt. Wenn wir bloß nicht so verfroren gewesen wären. Der Tanz mit dem Brett auf den Wellen faszinierte uns schon lange, vor allem Leander. Doch bei den Temperaturen? Ähmmm...no! Der Spaß im Wasser musste noch auf sich warten lassen. Lustig sahen die wilden Kerle allemal aus, wenn sie aus den Fluten stiegen und in ihre wärmenden Mäntel schlüpften, die vom Scheitel bis zu den Zehenspitzen reichten. Wie Pinguine!
Wir schlenderten weiter entlang der Strandpromenade und spürten allmählich ein Hungergefühl. Essen gehen oder kleiner Snack zwischendurch, wir konnten uns nicht entscheiden. Die Preisschilder der Restaurants waren uns ein Rätsel, und mit Englisch kamen wir nicht weiter. Laut unserem Verständnis fingen die Preise für eine Mahlzeit pro Person bei 20 € an, was eindeutig zu viel war! Wir marschierten weiter und blieben an einem Schnellimbiss hängen. Unser lautes Bauchknurren hatte vermutlich die Gehirnzellen vom Denken abgelenkt. Denn erst nach dem wir einige Taschenkrebse, Shrimps und einen gefüllten Tintenfisch verschlungen hatten realisierten wir, dass wir für ein Magentratzerl soeben 23 € hingelegt hatten. Mit dem Erfolg, dass wir immer noch hungrig waren. Verwirrt trotteten wir zurück zu Akela, warfen den Ofen an und kochten ordentliche Hausmannskost, Wurstnudeln.
Die waren günstig, schmeckten lecker und stellten den Magen rundum zufrieden. Doch die Thematik ließ uns nicht los. Wie konnten Fisch und Meerestiere, die es hier in Hülle und Fülle gab so abgrundtief teuer sein?

Richtig aus den Latschen gekippt sind wir dann bei unserer ersten Shoppingtour durch einen großen Supermarkt. Zum Glück benutzen die Koreaner römische Ziffern, wenn dies nicht der Fall gewesen wäre, hätten wir nichts ahnend für einen gewöhnlichen Einkauf bestimmt 400 € hingeblättert. Zum besseren Verständnis hier einige Beispiele: 3 kg Äpfel 8 $, 1 kg Weintrauben 15 $, 250g Butter 9 $, 350g Hackfleisch 24 $!
Wir waren von den Preisen so geplättet, dass es schon wieder lustig war. What the hell! Mit einem derartig hohen Preisniveau hatten wir nicht gerechnet. Wieviel musste ein Koreaner wohl im Durchschnitt verdienen, um hier mithalten zu können? Wir schoben den leeren Einkaufswagen wieder zurück und trösteten uns damit, dass wir trotz der hohen Preise nicht dem Hungertot erliegen würden. Einige Vorräte hatten wir noch gebunkert, und sonst gab es eben Instant Nudelgerichte, denn die waren lustigerweise günstig.
Wir wussten von Remo, einem der beiden Schweizer der uns schon seit Usbekistan verfolgte, dass er ebenfalls in Südkorea war. Obwohl er Sokcho und den Seoraksan Nationalpark bereits abgegrast hatte, jettete er mit dem Bus von der Hauptstadt Seoul an die Ostküste, um uns zu besuchen. So groß war die Sehnsucht! ;-) Wir verabredeten uns mit ihm auf dem lokalen Fischmarkt von Sokcho.
Für ihn als Schweizer war das Preisgefüge in Korea nicht sonderlich schockierend, weswegen er auch ohne schlechtes Gewissen auf dem Markt eine winzig kleine, frittierte Fächerkartoffel für 2,50 € verdrückte. Nach dem ersten Begrüßungshallo und ein wenig Smalltalk verabschiedeten wir uns vorübergehend, da jeder für sich noch einiges zu erledigen hatte. Allerdings verabredeten wir uns abends in einem Restaurant namens 88.
Eine Speisekarte gab es nicht. In der Mitte eines jeden Tisches wurde ein glühender Eisenring eingesetzt, darüber wurde auf einer Platte gekocht. Die Größe der Fischplatte die serviert wurde, hing von der Anzahl der Gäste ab. Dazu gab es Reis, einen Teller Suppe und verschiedene Kimchi Variationen. Die Zubereitung des Abendessens direkt am Tisch war für uns ungewöhnlich, jedoch sehr interessant. Und endlich hatten wir die Gelegenheit Kimchi zu verkosten, für welches Korea so berühmt war. Im Schnitt vertilgt ein Koreaner rund 22 kg pro Jahr davon. Zumeist ist es scharf, was zur Folge hat, dass das Wasser in den Äuglein zu fließen beginnt und die Nase trieft. Doch dann hieß es bloß nicht schnäuzen. Dies gilt in Korea als absolute Unsitte bei Tisch.

Wir waren untrainiert und faul geworden die letzten Monate. Kälte und die vielen Fahrkilometer durch Sibirien hatten uns ungewollt zu Stubenhockern degradiert. Ein bisschen Bewegung im Seoraksan Nationalpark würde unseren mittlerweile angesetzten Speckröllchen nicht schaden.
Das Wanderparadies befindet sich nur wenige Kilometer westlich von Sokcho und zählt zu den schönsten Naturschauplätzen Südkoreas. Unzählige Bergrouten und Wanderwege führen durch das Gelände und verbinden so den höchsten Berg, dem Daecheong (1708m) mit mehreren Wasserfällen und Tempelanlagen. 1.400 Pflanzenarten und über 2.000 verschiedene Tierarten werden dem Park nachgesagt.
Während wir bereits nach dem Abendessen im 88 zum Park gefahren sind, tingelte Remo mit dem ersten Bus von der City in den Nationalpark. Er und Leander hatten eine Berg- und Fototour auf den Mount Daecheong geplant, während Lennox und ich gemütlich nach dem Frühstück die sieben Kilometer lange Wasserfalltour angehen wollten. Das Wetter war fein, und die Stimmung ausgelassen. Der Pfad führte am Fluß entlang und schlängelte sich durch kahle Wälder. Es war nett, doch schnell wurde klar, dass wir zur falschen Jahreszeit hier waren. Ein, zwei Monate früher im Herbst, wenn die Bäume stolz ihre vielfärbige Blätterpracht präsentierten wäre perfekt, beinahe kitschig gewesen. Doch man kann nicht alles haben! Wir verbrachten einen abwechslungsreichen Tag und erwarteten gegen Abend die Gipfelstürmer zurück.
Völlig erschöpft trudelte Leander beim Truck ein, Remo nahm gleich den Bus zurück in seine Unterkunft. Eine Schlechtwetterfront begleitet von Schneefall, und zu eng gewordenen Bergschuhen, zwangen sie zum vorzeitigen Abbruch.
Die Nacht über bettete Leander seine wunden Zehen auf Eisbeuteln. Der Versuch am nächsten Morgen in vernünftige Schuhe zu steigen, scheiterte kläglich. Einzig und alleine seine fetten mongolischen Winterstiefel ertrug er ohne Schmerzen. Unter all den Koreanern die von Kopf bis Fuß in Mountaineering Equipment gehüllt waren, als kämen sie gerade von einer Mount Everest Expedition, wirkte er mit seinen klobigen Stiefeln, die am Schafft eine dicke Schafffellstulpe hatten, wie der Weihnachtsmann. Doch das hinderte uns nicht daran auf die Aussichtsplattform Ulsanbawi zu wandern, die eine atemberaubende Sicht über den Nationalpark gewährte.
Ausklingen ließen wir die Region Seoraksan mit einem Besuch im nahe gelegenen Aquapark. Gott sei Dank erfüllte Lennox die Größenangabe für die Rutschen, was den Tag zu einem vollen Erfolg machte.
Eines stach schon sehr früh ins Auge. Koreaner waren verrückt nach Vorschriften! Ob für die eigene Absicherung, das persönliche Wohlbefinden, dem Gefühl nicht auffallen zu wollen, oder vielleicht auch um nicht nachdenken zu müssen/wollen, wir wissen es nicht. Fakt war, sie hielten sich an jede vorgegebene Regel. Auf Wanderwegen wird in Pfeilrichtung gegangen, auf Straßen exakt das Tempolimit eingehalten, im Hallenbad wird nicht vom Beckenrand gesprungen, die Schwimmweste ist obligat. Wagt man einmal den Versuch aus der Rolle zu fallen findet, sich sofort jemand, der einen zurück auf den rechte Pfad weist. Ein Hinweisschild oder Verbotsschild jagte das Nächste und wird penibel eingehalten. Kein Aufmucken, kein Wehren, keine revolutionären Gedanken, nichts. Derweil würde ein wenig Aufregung ihrem blassen Teint nicht schaden.

Für den Besuch der Hauptstadt mussten wir die Halbinsel einmal von Ost nach West kreuzen. Um der gebührenpflichtigen Autobahn zu entkommen, probierten wir Überlandstrassen aus. Dieses Vorhaben ließen wir allerdings rasch wieder bleiben. Korea war dicht besiedelt. Stadt bzw. Ortsgrenzen gingen fließend ineinander über und ließen kaum Raum für freies fahren.
Also wechselten wir auf die Mautstraße. Nach kurzer Fahrt kam uns bereits das erste Kassahäuschen unter. Die Taktik lautete, sich dumm zu stellen. Leander kurbelte das Fenster runter und lächelte die Dame freundlich an. Diese guckte schüchtern, mit weit aufgerissenen Augen aus dem Fenster und griff beim Anblick von Akela bestürzt zum Telefonhörer. Als sie auflegte prasselte ein koreanischer Wortschwall auf uns hernieder. Leander behielt sein Lächeln, zuckte mit den Schultern und konterte:“ Schau i aus als ob i koreanisch versteh?“
Sie verstummte verblüfft, sprang aus dem Häuschen und notierte sich unser Kennzeichen, wozu auch immer. „Cashy, Cashy“ entgegnete sie nervös gestikulierend. Leander grinste weiter und reichte ihr unsere Kreditkarten. Aber mit denen konnten sie auch nichts anfangen. Die Schlange an wartenden Autos die sich brav hinter uns angestellt hatten, trug nicht zur Entspannung der Angestellten bei. Erneut griff sie zum Telefonhörer. Während ihres Gespräches warf sie uns immer wieder die Worte „Cashy, Cashy“ und „Money“ entgegen.
Doch wie unser Sohn zu sagen pflegte „I only understand banana!“ Schlussendlich gab sie auf und winkte uns durch. So mogelten wir uns durch sämtliche Mautstraßen Südkoreas und bezahlten keinen einzigen Won. Ob uns ein schlechtes Gewissen plagte? Nein! Korea entlockte uns soviel Leergeld durch sinnlose Vorschriften, ich erwähne nur die Einreise, dass wir die „Ersparnis“ an den Mautstellen als eine Art Payback sahen.

Wir näherten uns der Hauptstadt Seoul, oder um es amtlich korrekt zu betonen, der „besonderen Stadt Seoul“. Die Kerneinwohnerzahl beträgt 10 Millionen. Die Stadt ist das Zentrum der Region Sudogwon in der etwa 25 Millionen Menschen leben. Damit konzentriert sich die Hälfte aller Südkoreaner in der Metropole und deren Satellitenstädte.
Seoul muss sich hinter keiner anderen Hauptstadt verstecken. Innerhalb der ökonomisch, technisch und kulturell hochentwickelten Weltstadt sammeln sich Unternehmen wie Samsung, der weltgrößte Technologiekonzern, LG sowie Hyundai-Kia.
Das größte U-Bahn Netz der Welt befindet sich hier und laut UN-Statistiken gilt Seoul als einer der lebenswertesten Orte weltweit, vor Städten wie New York, Melbourne oder London. Die Ausrichtung größerer internationaler Veranstaltungen wie Olympia 1988, oder Olympia Pyeong Chang 2018 sorgen zusätzlich dafür, dass die Augen der Welt sich verstärkt auf diese pulsierende Stadt richteten.
Wenn möglich, unterstützt man sich gegenseitig auf Reisen, und hilft so gut es geht. Durch ein Reiseforum erhielten wir von Coen, www.landcruisingadventure.com, die Koordinaten eines gratis Stellplatzes in der City. Eine Parkplatzsuche mit unserem Kaliber artete in Städten meist in blankem Horror aus. Unzählige Wolkenkratzer standen dicht aneinander gereiht, freie Flächen oder gar Grünanlagen suchte man vergeblich. Öffentliche Parkflächen wurden von Aufsehern kontrolliert, die uns entweder von vorne herein die Einfahrt verweigerten, oder kräftig absahnen wollten. Eine Rush Hour gab es bestimmt, doch es war nicht zu erkennen wann diese eingeläutet wurde. Gigantische Blechlawinen schoben sich im Stop and Go Verkehr durch die Metropole. Wir waren heilfroh, als wir endlich in dem besagten Hinterhof eines Kaffee`s den Motor abstellen konnten.
Es gab viel zu entdecken in Seoul! Allerdings durften wir gleich bei unserem ersten Ausflug in das Zentrum die Erfahrung machen, dass man gerne die Dimensionen um von A nach B zu gelangen, unterschätzte. Der Weg vom Stellplatz zur Metrostation kostete uns eine halbe Stunde zu Fuß querfeldein durch den Verkehr. Dort angelangt, saßen oder besser gesagt standen wir, im Schnitt mindestens 40 Minuten in der Schnellbahn um unsere Spots zu erreichen. Oftmals waren wir von der Anreise so erschöpft, vor allem Lennox, dass das auserwählte Objekt der Begierde bereits vor Ankunft etwas von seinem Reiz eingebüßt hatte. Dennoch ließen wir uns Attraktionen wie den Deoksugung Palast, Palast der Tugend und des langen Lebens, den 2016 fertiggestellten und 555m hohen Lotte Tower, den Myeongdong Markt, an dem sich an Spitzentagen mehrere Hunderttausend Besucher durchschoben, den Fischmarkt, Lotte Adventure Park und noch mehr, nicht entgehen.
Um Lennox nicht zu überfordern, und ihm die Lust am Sightseeing nicht zu verderben, legten er und ich zwischendurch immer wieder Ruhetage im Lastwagen ein. An diesen so genannten „Lennox Tagen“ wurde gespielt, gebastelt oder wir sahen uns mitgebrachte Filmklassiker auf dem Laptop an. Leander nutzte die Zeit ohne Anhängsel und sprintete kreuz und quer mit seiner Kamera durch Seoul, um Seoul von seinen schönsten Facetten festzuhalten. Zumeist in Begleitung von Remo, der uns wie immer dicht auf den Fersen war.

Korea war in vielerlei Hinsicht anders als all die Länder zuvor. Die Fremdartigkeit unserer Gesichter oder unser Truck waren hier so uninteressant, wie wenn in China ein Fahrrad umfiel. Vereinzelt bekamen wir ein verstohlenes Lächeln zugeworfen oder ein Daumen hoch. Nicht falsch verstehen! Es ging uns nicht um das fehlende Rampenlicht in dem wir oder unser Oldie oft standen sobald wir an einem Platz auftauchten. Der Eindruck entstand, dass die Menschen keine Zeit hätten den Kopf zu heben, um ihr Umfeld wahr zu nehmen. Den Blick starr auf das Handy gerichtet, liefen sie schnellen Schrittes die Straßen entlang. Doch Ausnahmen bestätigten die Regel und so geschah es, dass eine ältere Dame, die mit ihrer Tochter einen Spaziergang unternahm auf uns zu kam. Neugierig stellten sie uns viele Fragen und zeigte Begeisterung für unser Projekt, insbesondere die Mutter, die selber gerne auf Achse war. Ein Wohnmobil wie Akela wäre schon immer ihr Traum gewesen, schmunzelte sie. Kurzer Hand steckten sie uns ihre Adresse zu und luden uns für das kommende Wochenende zu sich nach Hause zum Essen ein. Dieser Einladung folgten wir natürlich sehr gerne.
Wer nach Südkorea reist kommt nicht darüber hinweg über den Namen oder die Marke „Lotte“ zu stolpern. Beinahe an jeder Straßenecke prangert der in fettem Rot gehaltenen Schriftzug von den Wänden. Lotte World, Lotte Department Stores, Lotte Hotels, Lotte Supermärkte, Lotte Tower, Lotte über Lotte! Doch wer oder was steckte hinter dem multinationalen Mischkonzern mit deutschem Namen, dessen Unternehmensvermögen auf 50Mrd. $ geschätzt wurde?
Der mittlerweile 95 jährige Südkoreaner Shin Kyuk-ho. Er war von Johann Wolfgang von Goethe und besonders von dessen Roman „Die Leiden des jungen Werthers“, so angetan, dass er in Anlehnung an Charlotte, kurz Lotte genannt, seiner Firma den gleichen Namen gab. Und Gnade Gott, dieser Mann hat wahrlich Ahnung davon, wie man den unterhaltungssüchtigen Koreanern den schwer verdienten Won aus der Tasche zieht. Denn überall wo Lotte draufsteht muss kräftig ins Geldbörserl gelangt werden.

Ein offensichtlich gut bürgerliches Leben verlangt der jungen Generation ab, sich einem permanenten Leistungsdruck zu unterwerfen. Nur wenige gründen eine Familie. Wann auch, bei 70 Arbeitsstunden pro Woche? Vor Jahren hat eine südkoreanische Tageszeitung der heutigen Generation den Namen „Sampo“ gegeben. Was sich in etwa mit „drei Verluste“ übersetzen lässt. Immer mehr junge Koreaner geben jegliche Hoffnung auf, einen Lebenspartner zu finden, jemals zu heiraten, geschweige denn Kinder zu bekommen. Nicht wegen dem Wunsch nach alternativen Lebensentwürfen zu streben, oder aus Rebellion gegen die statusversessene Gesellschaft heraus. Nein, der Kampf um einen festen Arbeitsplatz frisst all ihr Geld, und die gesamte Freizeit. Am deutlichsten zeigt sich diese Entwicklung in der Geburtenrate, bei der Korea weltweit an fünft letzter Stelle steht.
Somit war es nicht verwunderlich, dass wir die wenigen Kinder die wir auf der Straße erblickten, an einer Hand abzählen konnten.
Um bessere Chancen zu ergattern, gaukeln viele Koreaner ihrem Gegenüber einen hohen Lebensstandard vor, indem sie sich bereits in jungen Jahren hoch verschulden. Dies ist mitunter der Hauptgrund, warum Koreaner bis ins hohe Alter im elterlichen Kinderzimmer wohnen bleiben. Geheiratet wird natürlich nicht aus Liebe, sondern die finanzielle Potenz entscheidet. Sobald die Eltern in Pension gehen, gebietet es die Tradition, sich um ihr Wohl zu kümmern – auch finanziell, denn das staatliche Rentensystem steckt noch in den Kinderschuhen. Um diese Last abzufedern, arbeiten Südkoreaner im Schnitt bis zum 70. Lebensjahr.
Kaum jemand sieht einen anderen Weg für sich, als den absurd hohen Leistungsanforderungen hinterher zu hecheln! In Korea passiert es extrem selten, dass jemand den Mut aufbringt, sich öffentlich gegen den Strom zu stellen. Der Vergleich mit einer Schafherde klingt böse, trifft den Nagel aber auf den Kopf. Eines trottet voraus und der Rest läuft blökend hinterher.
Um den ungesunden Leistungsdruck zu verkürzen, hilft es natürlich vor allem der weiblichen Bevölkerung nett und adrett auszusehen. Weshalb die Frauen ihre spärliche Freizeit in Kosmetiksalons, Schönheitskliniken und Badehäusern, sogenannten Jjimjilbang`s verbringen. Streng nach Männlein und Weiblein getrennt, und völlig nackt, weicht man zuerst die Haut in verschieden temperierten Becken auf. Danach wird gewaschen, getrimmt und geschrubbt was der Waschlappen hergibt.
Nach meinem Besuch im Dragon Hill Spa war ich schwer beeindruckt aber auch ein ziemlich geschockt von der mir dargebotenen Szenerie. Die Körperpflege der Koreanerinnen hat nicht mehr viel mit gesunder Hygiene zu tun. Noch dazu muss der Wasserverbrauch in Korea enorm sein. Es ist ein Nebenprodukt des permanent andauernden Gesellschaftsdrucks, indem das äußere Erscheinungsbild natürlich eine tragende Rolle spielt. Schönheit muss leiden und davon können Koreanerinnen wahrlich ein Lied singen.

Nach über 12 Tagen Großstadtgetümmel brachen wir unsere Zelte ab und fuhren Richtung Süden in die Stadt Busan. Ein Vorwärtskommen auf Überlandstrassen ersparten wir uns von vorne herein, denn es gab nicht wirklich viel zu sehen. Eine reizvolle Landschaft existierte nicht und traditionelle Dörfer mussten unschönen Wohnsilos weichen, um der Anzahl der Menschen gerecht zu werden.
Busan ist nach Seoul die zweitgrößte Stadt Südkoreas und liegt am südöstlichen Ende der koreanischen Halbinsel. Touristisch gesehen ist die City nicht unbedingt ein Muss. Die Millionenstadt ist eines der führenden Industriegebiete des Landes und betreibt als fünft größter Containerhafen der Welt regen internationalen Handel.
Für uns war die Stadt vorwiegend wegen ihrer Fährverbindungen nach Japan interessant. Wenn möglich wollten wir vermeiden mit DBS weiter zu verschiffen. Laut Internet gab es einige Reedereien die Routen in das Land der aufgehenden Sonne vermittelten. Allerdings waren die Websites der Agenturen ausschließlich auf Koreanisch, wo wir passen mussten. Da unsere Mails ebenso unbeantwortet blieben, hatten wir keine andere Wahl, als die jeweiligen Büros direkt am Hafen abzuklappern.

Wir erreichten das Hafen Terminal zeitig am Morgen und parkten Akela direkt gegenüber, mitten auf der Straße. Die Auswahl der Fähren reduzierte sich automatisch, da nur Camellia Lines bereit war unser Monster mit an Board zu nehmen. Die kompakte Einzeit zwischen Truck und Motorrad überstieg zumeist das visuelle Vorstellungsvermögen der Mitarbeiter. Ärgerlich an der Preiskalkulation für die Überfahrt war erneut die separate Berechnung des Bikes, obwohl es am Heckträger fix montiert war und in der Volumenangabe des Trucks inkludiert war. Eine Versicherung in Japan für beide Vehikel war natürlich obligat.
Kurz überkam uns der Gedanke die Cross einfach irgendwo abzustellen, denn die Waagschale zwischen Unannehmlichkeiten und Spaß mit dem Ding stand in keinem Verhältnis. Wenn da nicht die Sache mit dem Carnet de Passage gewesen wäre, welches uns einen Verlust von 3.000 € prophezeite, sollten wir es nicht ordnungsgemäß dem deutschen Zoll bei unserer Rückkehr vorweisen können.
Wir entschieden uns für ein Roundtrip Ticket, da laut unserer bisherigen Recherche alle weiteren geplanten Verschiffungen von Korea günstiger erschienen als von Japan. Zudem ergatterten wir ein Schnäppchen! Bei DBS Ferries hätten wir den doppelten Preis berappen müssen und wären nur bis Japan gekommen.
Von einem befreundeten Reisekollegen stammt der weise Spruch: „Auf Weltreise solltest du nur eine Sache pro Tag erledigen!“ Für den heutigen Tag war unser Pensum erfüllt. Wir wollten raus aus der Stadt und frische Luft schnappen. Die vorgelagerte Inselwelt des Meeresnaturparks Hallyleo, dessen Hauptinsel Geoje mit einer Brücke verbunden war, schien sich hervorragend anzubieten.

Von Busan waren es rund 90 km bis an den Südzipfel der Insel, die sich beinahe als Tagesetappe herausstellten. Der Straßenverlauf führte uns über Hügel und Berge, durch Dörfer und Städte, Serpentinen rauf und wieder runter. Mühsam! Doch schlussendlich fanden wir einen geeigneten Stellplatz auf einer Anhöhe mit Blick auf das Meer. Wir wussten nicht, was sich in dem kleinen Containerhäuschen befand das ebenfalls auf dem Parkplatz stand, aber wir empfingen lupenreines gratis Internet, was sehr von Vorteil war. Für eine lokale Sim Karte waren wir in Korea zu geizig. Haarsträubend was dafür verlangt wurde. Notgedrungen schlugen wir uns bis dato mit WIFI Spots durch das Land, was lästig und unpraktisch war, gerade wenn viele Informationen eingeholt werden mussten, was bei uns immer der Fall war.
Wir streiften ein wenig durch die nähere Umgebung und machten dabei die Bekanntschaft eines Bauern der eine handvoll Ziegen hütete. Soweit ich mich erinnern konnte, waren dies die einzigen Nutztiere die uns auf der Halbinsel untergekommen waren, obwohl Koreaner sehr tierlieb waren.
Vor allem Hunde schienen es den Leuten angetan zu haben. Allerdings hegten sie eine Vorliebe für kleine Pudel, oder das weiße Wollknäuel aus der „Caesar“ Hundefutterwerbung. Diese steckten sie mit stylischer Föhnfrisur in kleine Pullover oder Jäckchen und trugen sie stolz vor sich her. Naja, jedem das Seine!
Ansonsten haben wir uns nicht sonderlich verausgabt auf der Insel. Wenn die starke Meeresbrise und die kalten Temperaturen es zuließen, spazierten wir an den Strand und tobten uns auf den Felsen der Küste aus.
Viel mühsamer gestaltete sich die Abendbeschäftigung für Leander und mich, wenn Lennox schlief. Wir mussten unsere Pläne was nach unserem Aufenthalt in Japan kommen würde, recherchieren und konkretisieren. Eine direkte Verschiffung nach Australien bzw. Neuseeland hatten wir derweil ad acta gelegt. Die anfallenden Kosten von 8.000 € und mehr nur um den Truck dort hin zu bewegen, dazu die horrenden Quarantänebestimmungen der jeweiligen Länder, waren uns derzeit die Mühe nicht wert. Es setzte ein enormes Maß an Planung und Papierkram voraus, ganz abgesehen von einer mehrwöchigen Putzaktion unseres gesamten Hausrates.
Ganz ehrlich? Wir hatten die Nase gestrichen voll all abendlich unsere Zeit vor dem Computer zu verbringen. Teilweise saßen wir bis 02:00 Uhr morgens und länger. Es war an der Zeit die Badeklamotten auszupacken und zu relaxen. Wir lechzten nach Sonne, Strand und Meer, Surfen, Yoga, Bewegung, Spaß, Coconut Smoothies... einfach mal die Seele baumeln lassen und genießen, man könnte es auch Urlaub nennen. Vielen schießt jetzt bestimmt der Gedanke durch den Kopf, „aber die sind doch schon seit über einem Jahr in Urlaub!“. Wenns nur so wäre, denn unsere Realität sieht leider ganz anders aus.

Um unser Budget nicht über zu strapazieren mussten wir eine halbwegs erschwingliche Lösung finden. Ein weiterer Grund warum Down Under und das Land der Maori vorübergehend ausschieden. Wir studierten die Landkarte rauf und runter und blieben immer wieder bei Indonesien hängen. Das Land der 17.000 Inseln schien viele unserer vorrangigen Bedürfnisse zu bündeln. Kontakte, Adressen und Informationen, die wir mittlerweile zusammen getragen hatten, machten uns die Entscheidung einfacher. Nun ging es ans Reedereien ausfindig machen, Angebote einholen, Preise und Leistungen vergleichen, Einreisebestimmungen sowohl für uns als auch für den LKW zu checken... !
Tausend wichtige Kleinigkeiten, die uns immer wieder einholten und Unmengen an Abendstunden, Internet, Zeit und Geduld verschlangen. Dank gratis Internet an unserem Campingspot konnten wir eine Flut an e-Mails verschicken, und nebenbei unsere Homevideothek um einige Movies erweitern. In diesem Sinne vielen Dank, an wem auch immer!
Die letzten Tage bevor die Fähre nach Nippon übersetzte, kehrten wir zurück nach Busan, an unseren alt bewährten Parkplatz vor dem Hafenterminal.
Kurz stand die Idee im Raum, der Westküste Korea`s noch einen Besuch abzustatten, allerdings verwarfen wir diesen Einfall schnell wieder. Korea hatte bestimmt seine Reize, jedoch nicht im Winter. Zumindest nicht für uns! Stattdessen unternahmen wir in Busan noch einige nette Dinge. Wir besuchten das Busan Sea Life, schafften es trotz aller übertriebener Vorsichtsmaßnahmen der Koreaner eislaufen zu gehen und spazierten durch das weltgrößte Einkaufszentrum der Welt. Welches, wen wundert es, zufällig der Lotte Kette angehörte.
Asiens größten Fischmarkt, den Jagalchi Markt, kann ich nur jedem Busan Besucher ans Herz legen. Unglaublich welch Fülle und Artenreichtum an Meeresgetier hier angepriesen wurde. Vieles davon konnte ich nicht zuordnen und war mir völlig fremd. Tot, gestapelt, lebend in Wannen und Aquarien oder bei lebendigem Leib gehäutet. Nicht immer einfach hinzunehmen für Tierfreunde, aber bleibende Erfahrungen für Nase und Augen.

Und dann war da noch die Sache mit Weihnachten. Es dauerte nicht mehr lange und heilig Abend stand vor der Tür. Trotz den vorrangig praktizierten Religionen wie Schamanismus, Konfuzianismus und Buddhismus, fühlte sich ein großer Teil der Bevölkerung dem Christentum zugehörig, die auch Weihnachten feierten. Doch eher still und heimlich, wie es aussah. Kaum sichtbare Dekoration, keine Weihnachtslieder, kein Geschenke Kaufrausch. Nichts! Und zum ersten Mal musste ich mir eingestehen, dass mir all der Glimm Bim den ich von zu Hause gewohnt war fehlte. Die präpotente Vermarktung des Festes a´ la Österreich war massiv übertrieben, doch gar nichts war mir dann auch wieder zu wenig. Ein bisschen Weihnachtszauber musste in die gute Stube. Und wir wussten auch schon wie!
Lennox und ich durchstöberten unsere Vorratsladen und konnten alle Zutaten für Vanillekipferl finden. Sie mussten allerdings auf Anhieb gelingen, denn bei 9 € für 250 g Butter konnten wir uns keine Ausschussware erlauben. Ich weiß, Selbstlob stinkt, aber sie gelangen uns besser als zu Hause, und der süssliche Vanilleduft schwelgte in jede Ritze des Lastwagens und hielt mehrere Tage. Herrlich, ein vertrauter Hauch von Weihnachten!
Nach einem Monat Aufenthalt in Korea war es nun soweit und der Tag des Abschiednehmens stand vor der Tür. Üblicherweise verließen wir ein Land immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Doch um ehrlich zu bleiben, bei Korea waren es zwei lachende Augen. Die fehlende Natur, die Einstellung der Menschen, das hohe Preisniveau, die falsche Jahreszeit, es war einfach nicht unser Land um es auf den Punkt zu bringen! Was nicht weiter schlimm war, umso mehr freuten wir uns auf Japan.

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