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Author: Admin
Beitrag vom: 30.08.2016

Welches Auto brauchen wir?

 

Wir schreiben das Jahr 2014. Anfang des Jahres.

Der Gedanke einer Weltreise war fix in unseren Köpfen verankert. Der Plan, mit einem fahrbaren Untersatz bis nach Neuseeland zu fahren, besiegelt. Aber mit welchem Fahrzeug? Was musste unserer Meinung ein Auto, Lastwagen, Bus... mit sich bringen, damit er für unseren Geschmack weltreisetauglich ist? Gute Frage! Das galt es herauszufinden.

Unser erster Gedanke war, sich einfach mal Wohnmobile anzusehen. Bei einem nahe gelegenen Vermieter von solchen Fahrzeugen durften wir erste Campingluft schnuppern und uns inspirieren lassen.
Die Fahrzeuge die wir uns ansahen, waren vorgesehen für mehrwöchige Urlaube auf europäischen Campingplätzen. Hochwertige Materialien kamen zum Einsatz, verpackt in einem Hauch von Luxus.  Wunderschön anzusehen, jedoch für unser Vorhaben nicht wirklich zu gebrauchen.

Allerdings gewährte es uns einen kleinen Vorgeschmack, wie es sich anfühlt auf 10 m² zu wohnen. 

Doch was brauchten wir eigentlich?

Nun, da gehen die Meinungen sicher auseinander da jeder Prioritäten anders setzt und auch verschieden reist. Für uns war stets klar, dass wir uns abseits von Autobahnen und Touristenpfaden bewegen wollen. Und wie gesagt nicht nur in Europa, sondern - bis ans Ende der Welt.
Keiner von uns beiden hat jemals auch nur eine Nacht in einem Camper verbracht. Und nun planen wir unsere nächsten Jahre in genau so einem Ding zu verbringen!! Komisches Gefühl.

Wir recherchierten im Netz... und siehe da, die wildesten Gefährte bewegten sich rund um den Erdball. VW Bullis, Sprinter, Unimogs, Lastwägen, Busse, Oldtimer... alle von ihren Besitzern liebevoll umgebaut, um die persönlichen Bedürfnisse bestmöglich zu optimieren. Wenn man ein bisschen verglich, konnte man gewisse Tendenzen herauslesen, die uns auch als logisch und wichtig erschienen.

Das Ziel ist Neuseeland, und wie bereits erwähnt, haben wir nicht geplant die Strecke auf der Autobahn zurück zu legen. Wir wollen viel über Land fahren, dass heißt, geschätzt ab der Türkei werden wir oftmals mit nicht befestigten und Schlaglöchern übersähten Strassen konfrontiert sein. Flussüberquerungen, steilen Pässen, Wüsten, Schlammpisten... werden große Herausforderungen darstellen. Ergo - eine gewisse Bodenfreiheit und Allradantrieb wären von Vorteil.

Ein Bekannter von uns war mal für 1,5 Jahre in Südamerika mit einem umgebauten VW LT 45 unterwegs. Klingt doch ganz schick dieses Gefährt. Kompakt, Allrad und auch vom Budget her sehr überschaubar. Doch nach einigen Gesprächen mit ihm und auch mit anderen Leuten, die auf dem Gebiet „Reisen mit eigenem Gefährt“ Erfahrung hatten, kam am Schluss immer das Thema „LKW“ auf. LKW? Ich kauf mir doch keinen LKW! Ich hab doch nicht mal einen Führerschein dafür!

Irgendwie erschien uns ein Lastwagen doch sehr übertrieben. Oder etwa doch nicht?

Nun, der LT hat schon seine Vorzüge, aber nach monatelangen Recherchen gaben wir uns schließlich geschlagen und haben erkannt, dass ein LKW die für uns beste Lösung ist. Ein LKW, bzw. der LKW, hat Allrad, eine dementsprechende Bodenfreiheit und er ist auf Lasten ausgelegt - darum heißt er ja auch Lastkraftwagen. Große Dieseltanks sind von Vorteil um eine große Reichweite zu erzielen, was Gewicht heißt. Eine Enduro wollten wir auch mitnehmen - Gewicht. Und ach ja, Autark war noch ein Stichwort. Das heißt wir brauchen auch Wassertanks. Wieder Gewicht. Und nicht zu vergessen ist auch das „enorme“ Platzangebot in einem LKW gegenüber einem VW Bus wesentlich besser. Schließlich jetten wir nicht mal schnell in den Urlaub, sondern werden, falls alles halbwegs nach Plan läuft, die nächsten 2-3 Jahre in dem „Koffer“ leben.

Einig waren wir uns auch bezüglich einer kompakten „Fahreinheit“. Fahrerkabine und Wohnbereich möchten wir nicht komplett von einander getrennt halten. Ein Durchstieg sollte Abhilfe verschaffen. Fazit, wir brauchen einen Durchgang. 

Die Möglichkeit sich beim Aufbau eines Wohnmobiles platzmässig auszutoben ist nicht wirklich gegeben. Es klingt aber logisch, dass man auf einen größeren Fahrzeugrahmen auch einen größeren Wohncontainer stellen kann, was wiederum mehr Platz schafft. Die nächsten Jahre wird Akela unser Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche, Arbeitsplatz, Klassenzimmer, Treffpunkt... sein. Daher mussten wir versuchen für uns alle die Möglichkeit zu schaffen, sich auch mal zurückziehen zu können.

Je schlauer wir durch unsere Recherchen wurden, desto mehr wurde uns der Umfang unseres Vorhabens bewusst.

Auf unserer geplanten Route von Salzburg nach Neuseeland werden wir knapp 25.000 km unterwegs sein. Zu glauben, dass das Auto während dieser Zeit keine Gebrechen aufweisen würde, war Utopie. Wir werden viel Zeit damit verbringen, Ersatzteile zu organisieren, und das Fahrzeug immer in Schuss zu halten. Da ich mir nicht vorstellen kann, dass in der Mongolei ein Servicetechniker mit einem Fehlerauslesegerät verfügbar sein wird, wurde uns auch klar, dass das Auto sowenig wie möglich an technischem Schnick Schnack aufweisen sollte. Wir mussten lernen, soviel wie möglich selber zu reparieren. Gute einfache Mechanik war gefragt.

Auch ein Thema war die Sicherheit. Sie quälte mich sichtlich mehr als meinen Freund, ich tippe auf Muttergefühle. Fakt ist, dass man bei einem Verkehrsunfall in einem Lastwagen sicherlich die bessere Karte gezogen hat. Auch was Einbrüche oder Überfälle betrifft, ist man in einem LKW meiner Meinung besser aufgehoben.

Zusammen gefasst waren uns folgende Argumente wichtig:

eine gewisse Bodenfreiheit, um auch in unwegsamen Gebieten voran zu kommen

  • Allrad
  • Robustheit
  • Sicherheitsfaktor
  • eine vernünftige Raumaufteilung, die auch Rückzugsmöglichkeiten bot 
  • ein Durchgang zwischen Fahrer,- und Wohnkabine
  • einfach zu bedienende Technik bei anfallenden Reparaturen
  • für unser Budget leistbar 

 
Es bedurfte vieler Überlegungen und Einwände, bis wir uns endlich entschieden hatten womit wir ans andere Ende der Welt fahren werden. Somit waren wir auch schon mit der nächsten Gretchenfrage konfrontiert, welcher LKW? 

 

 

 

Kommentare (3)

  1. JOhanna Furtlehner
    JOhanna Furtlehner am 21.03.2017
    Hallo Ihr drei. Ich hoffe es ist alles in Ordnung bei euch. Ich verfolge eure Route laufend . Wünsche euch weiterhin viel Spaß und alles Gute
    Johanna
  2. Maria Zehentner
    Maria Zehentner am 22.03.2017
    Hallo Johanna,
    danke der Nachfrage, uns geht es gut und es ist alles in Ordnung. Wir sind noch 1-2 Tage in der Türkei (trotz politischem Chaos bekommen wir absolut nichts mit, die Menschen sind freundlicher und hilfsbereiter als überall wo wir bis jetzt waren.
    Das Visa für unser nächstes Land, dem Iran haben wir in unseren Pässen. Die nächsten Wochen werden wir dort verbringen.
    Bei uns schneit es und es ist relativ kalt, im Gegensatz zu euch, wo der Frühling im Anmarsch ist.
    Schön, daß du uns verfolgst!
    Liebe Grüße Maria
  3. Johanna Furtlehner
    Johanna Furtlehner am 17.07.2017
    Hallo Ihr Weltenbumler!
    Muß wieder mal nachfragen ob alles in Ordnung ist? Ich hoffe Ihr seid alle wohlauf.
    Ich wünsche euch weiterhin alles gute und liebe Grüße
    Johanna

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