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Author: Admin
Beitrag vom: 13.10.2016

Auf nach Frankfurt zum Globetrottertreffen


Der große Tag war da!

Mit leichtem Magengrummeln fuhren wir gegen 03:00 Uhr morgens los um Daniel abzuholen. Daniel war ein gemeinsamer Bekannter, ausgebildeter LKW Mechaniker und Besitzer eines solchen Führerscheins. Er kannte unsere Reisepläne und willigte ein, als wir Ihn baten uns nach Bad Kreuznach zu begleiten. Er sollte ein fachmännisches Auge auf den LKW werfen und ihn gegebenenfalls nach Salzburg überstellen. 


Nach knapp fünf Stunden Autofahrt kamen wir etwas zerknautscht aber guter Dinge am Zielort an. An der Tankstelle schlürften wir noch einen heißen Kaffee, der die letzte Müdigkeit aus unseren Knochen verscheuchte. Danach machten wir uns auf in Richtung Veranstaltungswiese. Das Gelände war gut ausgeschildert und der Eingang schnell gefunden. Wir hatten die Wiese noch gar nicht richtig betreten, als mir sofort linker Hand ein dunkelgrüner MB 911 ins Auge stach. Anhand der Fotos aus dem Inserat erkannte ich „Ihn“ sofort. Ruckartig blieb ich stehen, drückte Leanders Hand und deutete nach links. Auch er hatte ihn sofort erspäht.  


Es war noch sehr zeitig in der Früh.

Womöglich schlief der Verkäufer noch. Um ihn nicht unnötig zu verstimmen, gönnten wir ihm noch ein wenig Zeit. Zu dritt schlenderten wir über das Areal und sahen uns um. Einige der Fahrzeuge wurden zum Verkauf angeboten, auch 911er waren dabei. Wir waren schon so gespannt auf „unseren“, dass die übrigen Fahrzeuge kaum unsere Aufmerksamkeit auf sich zogen. Nur im Vorbeigehen nahmen wir sie aus dem Augenwinkel wahr. 

 
Nachdem wir eine halbe Stunde totgeschlagen hatten gingen wir zurück und klopften an die Türe. Ein älterer Herr, knapp 70 öffnete sie uns freundlich und stellte sich als Dietmar vor. Er wusste sofort wer wir waren. 

Dietmar schnappte sich seinen Schlüsselbund, stieg aus dem Auto und begann sofort mit einem Rundgang. Noch nie zuvor stand ich so bewusst vor einem Lastwagen. Ich empfand ihn mächtig, stark, unkaputtbar – wie ein Fels in der Brandung stand er da. Dennoch wirkte er durch sein optisches Erscheinungsbild auf mich vertraut und Schutz bietend. 

 
Das Äussere war mir momentan nicht so wichtig. Wie ein Kind, dem ein Eis versprochen wurde, wartete ich ungeduldig darauf endlich die Wohnkabine betreten zu dürfen. Dietmars Fotos waren etwas unscharf, weshalb ich umso mehr darauf brannte, endlich einen Fuß hineinsetzen zu dürfen. Als der Moment dann da war, viel mir die Kinnlade förmlich einen Stock tiefer. Wir zwei sahen uns an, jegliche Kommunikation war unnötig. Der selbe Gedanke stand uns allen ins Gesicht geschrieben. Das Auto war ausgebaut mit uraltem modrigen Sperrholz. Es roch nach Schimmel und weis der Kuckuk was. Gerümpel und Dreck war überall verteilt, im Kühlschrank machten es sich Pilzkulturen gemütlich, der Gasherd war verkrustet und versifft. Es hatte ein bisschen den Charakter einer Müllhalde überzogen gesagt.

Grundsätzlich planten wir alles neu und wollten alles nach unseren Vorstellungen neu bauen. Dennoch hatten wir gehofft einige Gegenstände in unseren Ausbau zu adaptieren. Den Kühlschrank oder den Herd zum Beispiel. Ok, ganz ruhig bleiben, das ist nur ein optisches Erscheinungsbild. 


Viel wichtiger war seine Verkehrstauglichkeit und seinen technischen Zustand zu überprüfen. Bereits zu Hause organisierten wir einen Check Up Termin bei einer nahe gelegenen TÜV Stelle. Die Mechaniker bestätigten auch Daniels ersten Eindruck. Im Großen und Ganzen sehr guter Gesamtzustand und augenscheinlich keine gröberen Mängel. Das klang doch schon eher wie Musik in unseren Ohren.

Wir tuckerten mit dem LKW zurück zur Veranstaltung. Es war bereits später Vormittag und unsere Gehirne ratterten. Kaufen – nicht kaufen – kaufen – nicht kaufen... An der Imbissbude stärkten wir uns mit einer herzhaften Currywurst und begannen uns gedanklich auszutauschen.

 
Das Auto schien in einem guten Zustand zu sein, was man auf den ersten Blick einschätzen konnte. Er erfüllte viele unserer Vorgaben, wie Servolenkung, Allrad, Durchstieg, Bodenfreiheit... Der Innenausbau war zum Kotzen, es ekelte uns davor... Die Zusatz Features muss man genauer unter die Lupe nehmen, dazu fehlt es aber jetzt an Zeit. Grundsätzlich tendierten wir zu kaufen, aber nicht für Eur 24.000.

Dietmar gesellte sich zu uns dazu. Er fragte uns direkt nach unserer Meinung und unseren Absichten. Wir waren ehrlich und legten die gesammelten Eindrücke offen auf den Tisch. Unsere Diskussion geriet leicht ins Stocken, als es irgendwann doch um den Preis ging.

 
Dietmar war anzumerken, dass ihm der Verkauf schwer viel. Wenn er von seinen Reisen mit dem LKW erzählte, dann klang das alles sehr liebevoll. Doch sein Gesundheitszustand zwang ihn zum Verkauf.

Nach einer kurzen und relativ schmerzfreien Verhandlungsphase schlugen wir bei Eur 19.000 ein. Von nun an ging alles sehr schnell. Dietmar kramte notdürftig seine wenigen Habseligkeiten zusammen, wir montierten die Überstellungskennzeichen, die wir vorsorglich organisiert hatten und unterschrieben den Kaufvertrag. 

Daniel schwang sich hinter das Lenkrad und wurde von Dietmar zur nächsten Tankstelle gelotst, wo er uns noch eine letzte Tankfüllung spendierte. Im Konvoi ging es dann nach Hause. Daniel und Leander im Lastwagen, ich in unserem Auto, beide Vollgas Richtung Heimat.

Ich erreichte um 02:00 unser Heim, die Jungs eine Stunde später. 

Bevor wir die von der langen Fahrt müden Knochen in unser kuscheliges Bett schaffen wollten, gingen Leander und ich auf unseren Balkon um eine zu rauchen. Es war sofort erkennbar, dass seine anfängliche Euphorie über den Kauf ein wenig bis stark in Zweifel umschlugen. Hatten wir übereilig gehandelt? Vielleicht die Katze im Sack gekauft? 

Ach was solls.... wir haben einen LKW!!! Yihhaaaa!! Den Rest kriegen wir auch noch hin.

 
Am nächsten Morgen war das Erste was wir taten: Wir weckten unseren Sohn und fuhren in Pyjamas, noch vor dem Frühstück, einige Male die umliegenden Feldwege auf und ab. How-how-how, wir fühlten uns wieder stark.

Nachmittags war Daniel so nett und übersiedelte unseren LKW zu einem nahe gelegenen Bauer. Über Bekannte konnten wir kurz vor unserer Abfahrt dort noch einen notdürftigen Unterstellplatz ergattern. 

Jetzt wird’s ernst. A new toy is in da house...

 

 

 

Kommentare (2)

  1. Robert Standl
    Robert Standl am 28.11.2016
    Hallo Leute,
    wie alle Salzburger, hab´ich heute Eure Reisepläne in der Zeitung gelesen und Euch gleich auf Favoriten auf meinem Laptop angelegt, ich wünsch´Euch eine supe rtolle Zeit, viele spannende Abenteuer und Geschichten, sollte irgendwann - was Euch erspart bleiben möge - irgendwo der Schuh gewaltig drücken und Ihr Hilfe aus Salzburg brauchen, mail reicht, ich bin der Wirt vom Wilden Mann in der Getreidegasse, und kenn´eine ganze Menge Leute !!

    Alles Liebe, Robert
    1. Maria
      Maria am 05.01.2017
      Hallo Robert,
      vielen lieben Dank für deine liebe Nachricht. Es tut uns wirklich leid, dass wir dir erst jetzt antworten, aber wir haben die Nachricht gerade erst gesehen.Es freut uns sehr, dass dir unser Vorhaben gefällt, und du unsere Seite gleich unter den Favoriten gespeichert hast.
      Vielen Dank für dein Hilfsangebot, wir werden das auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.
      Wir hoffen natürlich auch, dass alles so reibungslos wie möglich verläuft. In diesem Sinne liebe Grüße ML2

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