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Author: Maria Zehentner / Translation: Elke Weninger
Beitrag vom: 05.01.2017

Kroatien, Dezember 2016

Anfang Dezember war es dann soweit. Über Villach verließen wir Österreich, fuhren durch Slowenien und überquerten die Grenze nach Kroatien.
Akela rollte die Strecke bis nach Zadar,Mitteldalmatien, ohne Probleme auf der Autobahn, bis wir gegen 04:00 Uhr morgens den Hafen erreichten. Unser Ziel war Dugi Otok, eine kleine Insel in der kroatischen Adria. Mit der Autofähre gelangten wir nach 1,5 Stunden Fahrzeit müde, aber glücklich, auf die Insel. 

endlich gehts los...

 

Dugi Otok erobert die Herzen mit seinen malerischen Dörfern und versteckten Stränden, die mit majestätischen Klippen und üppiger Vegetation kollidieren. Das Inselleben ist einfach und die Zeit scheint mancherorts stehen geblieben zu sein. Im Sommer verdienen viele Einheimische ihr tägliches Brot mit Touristen, die auf der Insel ein paar erholsame Tage verbringen. Die Wintermonate sehen hingegen karg und trostlos aus. Ein wenig Fischen, ein paar Gelegenheitsjobs, runtergespült mit Alkohol. Viele Junge zieht es deshalb auf das Festland, um dort ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Wir verbrachten fünf wunderschöne Tage auf Dugi Otok, und über unseren Stellplatz gab`s auch nichts zu meckern. Nachts schliefen wir mit tosender Brandung ein und wurden morgens von herzerwärmenden Sonnenaufgängen geweckt. Wir waren viel im Freien, spielten am Strand, gingen einkaufen und erkundeten die Gegend. Es war die erste Gelegenheit nach den ganzen Vorbereitungen, endlich die Seele ein wenig baumeln zu lassen. Leander kränkelte zwar ein wenig, fühlte sich aber nach drei Tagen wieder fit. 

An unserem letzten Tag setzten wir mit der letzten Fähre nach Zadar über. Von dort führte uns der Weg weiter Richtung Makarska. Die Stadt liegt in der historischen Region Dalmatiens, im Zentrum der Makarska Riviera. Es war schon stockfinstere Nacht als wir in Brela, einem Vorort von Makarska, einen netten Rastplatz zum Übernachten fanden. Den darauffolgenden Tag verbrachten wir in der „City“. Wir schlenderten die schier endlose Hafenpromenade entlang. Es gab viel zu sehen. Frischer Fisch wurde von Booten aus angeboten, zahlreiche Cafes und Restaurants reihten sich in Reih und Glied, in denen schick gekleidete Damen ihren Capuccino schlürften. Es herrschte reges Treiben in der Fußgängerzone. Dass Weihnachten vor der Tür stand schien hier nicht der Mittelpunkt zu sein. Manche Geschäfte waren unauffällig dekoriert, ab und an blitzte eine Lichterkette durch. 

 

Nach unserer Citytour steuerten wir weiter entlang der Küstenstrasse und bogen bei Einbruch der Dämmerung in den zufällig auserkorenen Ort Podgora ein. Es dauerte nicht lange bis wir glaubten einen geeigneten Stellplatz für die nächsten Tage gefunden zu haben. Direkt am Meer, im Innenhof eines saisonbedingt geschlossenen vier Sterne Hotel. Perfekt!! Für den Moment jedenfalls. Der Truck stand etwas schief, deshalb beschloss Leander ihn ein wenig umzuparken. Ich war ausgestiegen und wies ihn ein, als es plötzlich einen dumpfen Knall machte.

Der rechte Reifen der Hinterachse rollte über einen Kanaldeckel, der durch die Last des LKW eingedrückt wurde und zu Boden knallte. Ein ca. 1x1 Meter großes Loch tat sich auf. Leander sprang raus und wir begutachteten das Malheur. Nach näherer Betrachtung hatten wir mehr Glück als Verstand. Der gesamte Boden war gewölbt und sah bruchfällig aus. Wir hätten auch mitsamt dem Lastwagen einbrechen können. Nach dem ersten Schreck steuerte Leander Akela wie auf rohen Eiern ein paar Meter weiter auf eine sichere Straße. Am nächsten Morgen kontaktierten wir den Hoteldirektor. Nach kurzer Diskussion einigten wir uns auf 100 Euro Reparaturkosten, und die Sache war vom Tisch. Fazit, Stellplätze sollten unter tags gesucht werden um Nerven und Budget zu schonen.

Dank unserer Dummheit mussten wir den Hotelparkplatz verlassen. Weihnachten am Meer, ade!! Doch die Weihnachtsengel waren uns fromm gesinnt und steuerten uns ins nur wenige Kilometer entfernte Gradac, wo wir ein noch schöneres Plätzchen direkt am Strand fanden. Diesmal auch mit festem Untergrund.

 

Dann war er endlich da der 24. Dezember. Lennox hoffte ganz fest, dass ihn das Christkind anhand unserer GPS Koordinaten bestimmt auch in Akela finden würde. Egal wo er stand.
Der Tag verlief dann sehr unspektakulär und ruhig. In der früh wanderten wir ins Ortszentrum und gönnten uns Kaffe und Pikles, eine Süßspeise die bei uns als gebackene Mäuse bekannt ist. Den Rest des Tages verbrachten wir am Strand und in der Hängematte, bei strahlendem Sonnenschein. 
Als es zu dämmern begann, schmückten Lennox und Leander einen Pinienast mit mitgebrachter Weihnachtsdeko von zu Hause. So ganz ohne Tradition ging es dann doch nicht. Das Bäumchen sah richtig schmuck aus und zauberte einen angenehmen Hauch von Weihnachten in die Wohnkabine. Zum Fest speisten wir mexikanische Salsa Sauce mit Hühnchen, dazu Kartoffelspalten. Mal was anderes. Mir hing der ewige Schweinebraten sowieso schon zum Hals raus... und schwupp di wupp, schwer vorzustellen, aber auch auf 12 qm2 Wohnfläche gibt es unbedachte Momente, in denen sich das Christkind reinschleichen kann, ohne bemerkt zu werden.

 

Am 25. packten wir unsere sieben Sachen zusammen und machten Akela fahrtauglich. Es ging auf nach Dubrovnik.
Aufgrund ihrer kulturellen Bedeutung wird die Stadt auch „Perle der Adria“ genannt. 1979 wurde die gesamte Altstadt von der UNESCO in die Liste des Weltkurlturerbes aufgenommen.

Wir empfanden Dubrovnik zwar auch sehr schön, hatten uns aber ein wenig mehr von der Metropole erwartet. Irgendwie imposanter oder eindrucksvoller. Die Altstadt war sündhaft überteuert, und hinter den schönen Fassaden konnte man überall abbröckelndes Gemäuer zum Vorschein. Ein bisschen nach dem Motto – aussen hui und innen pfui.
Für unseren Fotografen an Bord bot sich Dubrovnik natürlich von seiner besten Seite. Die Stadt wurde aus sämtlichen Perspektiven abgelichtet. Ja-ja, auch Arbeit musste sein.

 

 
Wir verbrachten eine Nacht in Dubrovnik und fuhren dann weiter der Küste entlang gen Süden, in der Meinung, wieder ein nettes Plätzchen am Meer zu entdecken. Doch schon nach wenigen Kilometern die wir Dubrovnik hinter uns gelassen hatten, änderte sich das Landschaftsbild abrupt. 
Üppig bewachsenes Hügelland das allerorts mit zahlreichen Orangen,- und Zitronenbäumen übersät war, ging über in eine dürre, wild dahinwuchernde Strauchlandschaft. 

Allerorts waren verlassene Häuser und zerfallene Ruinen zu sehen. Dreck und Müll türmte sich an den Straßenrändern auf. Der Bürgerkrieg unter den verschiedenen Völkern spielte diesem Landstrich arg mit, das konnte man förmlich spüren. Die Trostlosigkeit der Landschaft übertrug sich auch ein wenig auf unsere Stimmung. Wir fuhren und fuhren, fanden aber keinen geeigneten Platz für die Nacht. Pünktlich bei Einbruch der Dämmerung erreichten wir Prevlaka. Eine Halbinsel im äußersten Süden Kroatiens an der Grenze zu Montenegro. 

Vor dem Bürgerkrieg war Prevlaka ein Militärstützpunkt der Jugoslawischen Volksarmee. Die Halbinsel ist seit je her wegen ihrer strategisch ausgezeichneten Lage in der Bucht von Kotor von großer Bedeutung. Aus diesem Grund wurde 1996 eine UN Station errichtet, die dann 2002, als sich die Lage beruhigt hatte, aufgelassen werden konnte. Auf dem still gelegten Gelände war mehr als genug Platz zum parken, aber wohl fühlten wir uns dort nicht. 
Nach einer Nacht ohne Zwischenfälle beschlossen wir die ehemalige UN Station genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir passierten Hallen und Gebäude, stiegen auf einen Aussichtsturm, und glaubten in einem der Häuser eine Kommandozentrale zu erkennen. Alles war zerfallen, die Fenster eingeschlagen, der Wind pfiff hindurch... ein kalter Schauer lief uns den Rücken entlang. Wir waren froh, diesen Ort wieder verlassen zu können.

Prevlaka war nur wenige Kilometer von der Grenze zu Montenegro entfernt. Akela schob sich Meter für Meter die steile Straße zur Kontrollstelle hoch. Die diensthabenden Beamten nahmen es sehr genau mit unseren Papieren. Nach ungefähr einer halben Stunde durften wir aber ohne Probleme passieren. 

Ade Kroatien, welcome Montenegro!!

Kommentare (8)

  1. Barbara
    Barbara am 06.01.2017
    Hallo Ihr Drei,
    wir haben schon sehnsüchtig auf Eure ersten Einträge gewartet und was sollen wir sagen........ ohne Worte :-).
    Einfach super geschrieben, so mit Leben gefüllt.

    Wir freuen uns schon auf den weiteren Reiseverlauf und Eure Abenteuer.

    Viele Grüße aus der Oberpfalz.
    1. Maria
      Maria am 18.01.2017
      Hallo liebe Barbara,
      vielen Dank für dein liebes Mail.
      ja, jetzt sind sie da die ersten Eindrücke ;-) Es geht uns soweit ganz gut. Ist alles noch neu und ungewohnt, aber es wird ;-) Weihnachten haben wir sehr nett gefeiert, ganz ruhig und einfach. selbst das christkind hat uns im kleinen Ort Gradac/Kroatien gefunden.
      jetzt sind wir in Griechenland. Griechenland we like ;-) die Leute extrem freundlich...
      Bussi an deine lieben
      liebe Grüße und ich drück dich, für Pauline ein Küsschen
      ML2
  2. Tom
    Tom am 12.01.2017
    Eine sehr gemütliche mobile Wohnung hab Ihr da!
    Da hätte ich auch gerne Weihnachten gefeiert....
    Super coole Fotos....wir wollen mehr sehen.
    Viel Spaß beim Entdecken u Grüße aus dem Winter ;o)
    1. Maria
      Maria am 18.01.2017
      Hallo Tom,
      vielen Dank für dein nettes Mail.
      Ja, Akela ist wirklich sehr gemütlich, wobei er schon seine Macken hat ;-)
      Das Kompliment für die Fotos gebührt Leander.. ;-)
      Wir schicken dir ebenfalls Grüße aus dem verschneiten Griechenland, viel Spaß noch beim Weiterverfolgen...
      lg ML2
  3. Maria Briedl
    Maria Briedl am 17.01.2017
    Hallo Mary!
    Hoffe, es geht euch 3en gut. Fotos sind super - einige Abenteuer habt ihr auch schon hinter euch. Ist es in Griechenland immer noch so winterlich?
    Wünsche euch weiterhin eine gute Reise und viele nette Erlebnisse.
    lg Maria
    1. Maria
      Maria am 18.01.2017
      Hallo Mary,
      danke für dein Mail. Es geht uns 3 sehr gut, Lennox war zwischendurch krank, aber jetzt passts wieder. Griechenland war bis Meteora extrem verschneit. wir sind zu den Klöstern gefahren bei 50 cm neuschnee. aber es war herrlich, keine touristen, so mysthisch... im sommer hätten wir nie direkt bei den klöstern übernachten können. jetzt im winter hat es niemanden interessiert...;-)
      in griechenland findest halt an jeder ecke etwas geschichtliches, es ist schon ein tolles land, sehr sauber, und die menschen sind super nett...
      nach 3 tagen athen gehts morgen mit der abendfähre rüber auf kreta für 1 woche
      liebe grüße an alle
      maria
  4. Judith
    Judith am 29.01.2017
    Hi Maria, Leander and Lennox
    It was great to meet you this week at Lentas. What an adventure, and what a vehicle! Michael loved the van and is doing lots of research on similar ones...
    We are looking forward to following your travels. Great blog, with fantastic photos.
    We wish you a safe and enjoyable journey.
    Regards, Judith and Michael
    1. Maria Zehentner
      Maria Zehentner am 01.02.2017
      Dear Judith,
      thank you for your mail. It was also a pleasure for us meeting you in Lentas.
      If Michael does lots of research for similar vehicles, maybe we will see us again, far - far away! would be great.
      We are still on Crete. Today we arrived at Balos Beach, the roads were ok, and the truck did it well! This place is really amazing. Lennox was in the sea, i think, tomorrow we will still stay here. The weather says no wind.
      Thank you for following our blog, we hope you will enjoy it further on.
      Judith and Michael, we wish you all the best, and luck for all your journeys
      greetings ML2

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