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Author: Maria Zehentner
Beitrag vom: 27.02.2018

Werkstattflair gepaart mit Hüttenzauber!

Auf schmalen Straßen schlängelte Leander unseren Oldie durch den Stop and Go Verkehr Richtung Kyoto. Allem Anschein nach liebten Japaner Ampeln! Es gab kaum einen Strassenabschnitt, der nicht durch Verkehrszeichen oder Lichtsignale geregelt war. Temposünder suchte man vergeblich, dafür waren Japaner viel zu korrekt. 

Das meist gefahrene Auto auf Japan`s Strassen war natürlich? Bingo! Der Toyota. Von High End bis Pick Up, von Familienkutsche bis Kleinwagen, alles war on the road. Die Toyota Motor Corporation war im Jahr 2015 mit 7,49 Millionen verkauften Fahrzeugen der größte Automobilhersteller der Welt. 

In Kyoto hatten wir einen Ansprechpartner, was immer von Vorteil war. Wir lernten Randy, einen  Kanadier der seit über acht Jahren in Japan lebte, im russischen Altai Gebirge beim Klettern kennen. Blöderweise war er zwischen den Feiertagen auf Skiurlaub, warf uns aber seinen Wohnungsschlüssel in den Briefkasten und bot uns an die Annehmlichkeiten seines Appartements zu nutzen. Sowas passierte auch nicht alle Tage oder? Akela stellten wir hinter der Wohnanlage auf einer leeren, etwas verwilderten Grünfläche ab, die uns Randy empfohlen hatte. Es hatte gerade angefangen gemütlich zu werden, als wir auch schon wieder zusammen packen durften. Drei Polizisten erklärten uns via Google Translate, dass sich der Grundstückbesitzer durch unsere Anwesenheit gestört fühlte. Was legitim war, doch konnte er uns das nicht einfach persönlich mitteilen? 

Konfrontationen mit Gesetzeshütern verliefen durch die Bank immer positiv seit wir auf Achse waren. Es kostete halt Unmengen an Zeit, viele Fragen wurden gestellt, sämtliche Papiere und Dokumente wurden durchforstet, obwohl sie sowieso nicht entziffert werden konnten, der Truck wurde zig mal umrundet und begutachtet, und zu guter Letzt ein Erinnerungsselfie geknipst.

Wir mussten uns also vom Acker machen und fuhren wieder einmal planlos durch die Stadt, wie schon so oft. Der Hunger trieb uns in einen McDonald`s Laden, der auch noch viel Platz zum parken bot. Die Bitte dort übernachten zu dürfen wurde strikt abgelehnt, was wir mittlerweile ignorierten. Nach dem Verzehr von Burger & Co verbarrikadierten wir uns im Auto und schlossen die Jalousien in der Hoffnung nicht aufzufallen, was utopisch war bei unserer Größe. Das Versteckspiel mit McDonald`s ging bis 22:30 Uhr gut, dann wies uns ein Angestellter mit Androhung der Polizei vom Gelände. Lennox schlief bereits, als wir spät Nachts noch unzählige Runden durch die Stadt drehen mussten, bis wir endlich eine vernünftige Parkmöglichkeit neben einem Sportplatz fanden. 

Doch das Glück war uns nicht hold. Kaum angekommen, poppte auch schon das nächste Problem auf. Unsere Standheizung wollte ums Verrecken nicht anspringen. Sämtliche Versuche endeten in einer qualmenden Rauchwolke die hinten rauskam. Es war Winter, es war kalt und unsere Heizung streikte, was wünschte man sich mehr? Leander`s Versuche Tags darauf das Ding wieder in Gang zu bringen verliefen im Sand. Es sah nicht rosig aus und guter Rat war teuer. Als letztes Notsignal postete Leander unser Problem in einem Forum, wo uns prompt geholfen wurde, indem wir den Kontakt einer Werkstatt zugespielt bekamen. Diese war bereits informiert und wartete auf unser Kommen. So landeten wir im KOC (Kyoto Offroad Center) bei Kyoshi dem Inhaber und Ko, seinem Sohn. Spezialisten für alles rund um die Materie Landcruiser. 

Leider stellte sich beim ersten Beschnuppern und Kennenlernen sehr schnell heraus, dass dies die Erste Standheizung war, die die Jungs bis dato zu Gesicht bekommen hatten. Klang nicht nach Joker! Die Verständigung lief teils in Englisch, teils mit Google Translate. Es war nicht einfach, doch Kyoshi und Ko verstanden schnell und dachten mit. Der Senior bestand darauf die Standheizung auszubauen, sie zu zerlegen und gründlich zu reinigen. Prinzipiell eine gute Idee, auf die wir selber auch schon gekommen waren. Doch half es nicht, schadete es nicht, und so konnte er sich mit dem Gerät zumindest vertraut machen. Während Kyoshi sorgfältig Schraube für Schraube löste und putzte, standen Ko und Leander nebenbei und fachsimpelten. Trotz der sprachlichen Barriere waren sie sich auf Anhieb sympathisch. Unterdessen fischte Kyoshi etliche Drecksklumpen aus unserer Heizung, welche die Größe von Hasenausscheidungen hatten. „In Austria we call that HASENSCHEISSE“, erklärte ihnen Leander mit einem breiten Lächeln auf den Lippen. Was haben wir Tränen gelacht bei dem Versuch der Beiden dieses Wort korrekt auszusprechen, tagelang. 

Bis tief in die Nacht hinein stand Kyoshi in seiner Werkstatt und polierte unsere Heizung. Dies war kein Einzelfall. Wir standen in Summe 12 Tage vor der Garage des KOC. Ko und Kyoshi haben ihre alltägliche Arbeit für uns vernachlässigt und waren praktisch rund um die Uhr für uns verfügbar. Während sich der Senior etwas in den Hintergrund stellte, entwickelte sich zwischen Ko und Leander eine „Schrauberfreundschaft“, die auch private Gespräche zuließ, was bei Japanern eher selten vorkam. Die Beiden hatten gute Ideen bezüglich der Fehlerquellen unserer Heizung, doch schlussendlich tauchte immer wieder der selbe fucking Error Code 52 auf. Genau genommen verfolgte uns diese Meldung schon seit dem Einbau der Heizung in Österreich. In Tokyo gab es eine Eberspächer Vertretung wo wir Ersatzteile beziehen konnten. Wir versuchten es mit neuen Glühkerzen und Filtern. 

Um während der Wartezeit auf die Teile nicht untätig herumzusitzen, planten wir eine kleine City Tour. 1000 buddhistische Tempel und 400 Schreine waren in der Stadt angesiedelt, und wir hatten noch nichts davon gesehen, Schande über uns. Aufgrund der vorherrschenden Parkplatzproblematik in Japan, ließen wir den Truck vor der Werksstatt stehen, und versuchten uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch zu schlagen. Schwierig, wenn man kein Japanisch sprechen oder lesen konnte. Doch wir managten die Challenge und spazierten geraume Zeit später durch Kyoto`s historisches Zentrum. 

Die Bauweise der Heiligenstätte sowie auch die der traditionellen Wohnhäuser die man immer wieder zwischen modernen Gebäuden durchblitzen sah, folgten immer einem gleichen Ablauf. Die Hauptfunktion wurde dem Dach beigemessen. Eigentlich konnte man sagen, dass der einzige Schutz den ein japanisches Wohnhaus vor dem Wetter bot, durch das Dach entstand. Es war sehr großzügig bemessen und leitete das Wasser auf ein weiteres Dach um, ehe es in den Boden floss. Betonwände wie wir es bei unseren Häusern gewohnt waren, die vor Kälte, Hitze und Lärm schützten gab es nicht. Das Dach wurde auf eine Holzkonstruktion, einer so genannten Shoji  gestellt, die mit festem Transparentpapier bespannt wurde. Fenster und Türen suchte man vergeblich. In die bestehenden Shoji`s arbeitete man Schiebewände ein, die für den typisch offenen Charakter eines japanischen Tempel`s oder Hause`s sorgten. Die Böden wurden mit Tatami Matten ausgelegt, welche aus ca. 5 cm dickem Reisstroh bestanden. Möbelstücke wie Stühle, Tische oder Betten gab es nicht, denn im Haus zählte der „freie Raum“ als das kostbarste Gut.  

Wir waren alle drei sehr begeistert von der uns dargebotenen Szenerie. Abgerundet haben das exotische Flair viele hübsche Mädchen, die mit farbenprächtigen Kimonos das Strassenbild prägten. Wunderschön, fast schon ein wenig surreal! Ich kannte solche Aufnahmen bislang nur aus Fotos, Reiseberichten oder dem Fernsehen. Als uns Kyoshi eine Nachricht zukommen ließ, dass die bestellten Ersatzteile eingetroffen waren, sprinteten wir umgehend zurück zur Werkstatt. In Windeseile hatten Leander und Ko die neuen Teile eingebaut. Nach getaner Arbeit richteten sich sämtliche Augenpaare auf das Display der Heizung. Ich drückte den On Button und alle warteten voller Spannung. Doch das dumpfe Bauchgefühl bestätigte sich, Error Code 52. Es war zum aus der Haut fahren! 

Mittlerweile neigte sich auch unser Vorrat an österreichischen Buchenscheite, mit denen wir unseren Holzofen kräftig fütterten um der Kälte zu entkommen, dem Ende zu. Ich glaube ich hatte schon einmal erwähnt, dass sich die Hitze des Ofens in unserer Kabine nicht ordentlich verteilte, was zur Folge hatte, dass wir jeden Abend Sauna hatten und dafür morgens bei null Grad aufwachten. Doch wie hieß es so schön, nur die Harten kommen in den Garten. Ein kleiner Tip am Rande für andere Reisende. Wir fanden in Japan kein trockenes Brennholz. Selbst in Baumärkten wurde nur feuchtes verkauft, welches natürlich zum Einheizen eine Katastrophe war.

Mit unserem Heizungsproblem stellten wir auch die österreichischen Techniker der Firma Eberspächer vor ein großes Fragezeichen. Mehrmals täglich hatten wir via WhatsApp Kontakt mit den zuständigen Herren, was durch die Zeitverschiebung die zwischen Japan und Österreich bestand, nicht immer leicht war. Während Ko und Kyoshi beinahe schon Feierabend hatten, schlürften die österreichischen Kollegen gerade gemütlich ihren Morgen Kaffee. Nach mehreren Tagen wirkten sie am Telefon auch schon etwas genervt von uns, was irgendwie nachvollziehbar war. Aus der Ferne konnten sie das Problem nicht lösen, das war klar. Allerdings hätten wir uns eine tatkräftigere Unterstützung erhofft wenn es darum ging an dringend erforderliche Unterlagen zu gelangen, um die Heizung Stück für Stück aufzurollen. Denn auch für uns war es nicht besonders spaßig mit einem kleinen Kind in der eiskalten Bude zu hocken ohne Aussicht auf Besserung. 

Bei Ko und Kyoshi wussten wir, dass sie uns nicht hängen lassen würden. Wenn etwas kaputt ging dann wurde solange getüftelt und gebastelt, bis es wieder funktionierte. Aufgeben gab es nicht. Egal welche Aufgabe man einem Japaner anvertraute, sie wurde immer gewissenhaft und ehrlich erledigt. Und auch wenn die Arbeit noch so feigelte, ein Schimpfwort würde man nie aus dem Munde eines Japaners hören. Das Gegenteil war der Fall. Höflichkeit zählte zu den wichtigsten Bindegliedern im japanischen Zusammenleben und wurde tagtäglich überall praktiziert. Ich möchte die westliche Kultur jetzt nicht als unhöflich beschimpfen, doch sie stand in keinem Vergleich zur japanischen, wo Höflichkeit mitunter als Pflicht angesehen wurde. Ob dieses anerzogene Verhalten richtig war oder nicht, darüber muss sich jeder selber sein Bild machen.

Wie immer wenn es Probleme rund um Akela ging war Leander in Dauereinsatz. Er war DIE Person die genau wusste, wo, was, wann, warum und wieso verbaut wurde. Bei unserer Standheizung waren wir mittlerweile an einem Punkt angelangt, wo auch er nicht mehr weiter wusste. Die letzte Vermutung war die Elektronik des Gerätes, und davor graute ihm. Konnte der Fehler wirklich daran liegen, dass das Gerät falsch angeschlossen wurde, und von daher seit Anbeginn immer wieder Probleme bereitete? Unsere Heizung wurde nicht von der Firma Eberspächer angeschlossen, sondern durch einem Elektriker der Schöchl Werft, die uns beim Innenausbau „behilflich“ war. Allerdings wurde die letzte Abnahme von Eberspächer gemacht, weshalb wir nie daran zweifelten, dass sie falsch angeschlossen sein konnte. Lange Rede kurzer Sinn, es war die letzte Unbekannte. 

Um sich erst mal einen Überblick über die Elektronik zu verschaffen, musste Leander sämtliche Schaltpläne anfordern. Eberspächer Österreich zeigte sich dabei nicht besonders hilfreich, dafür aber ihre deutschen Kollegen, die wir mittlerweile hinzugezogen hatten. In mühsamer Kleinarbeit ackerte Leander die Schaltpläne durch, und musste sie dann Ko veranschaulichen, damit auch er sie verstand. Dann wurde jeder einzelnen Leitung nachgegangen und überprüft, eine Sisyphusarbeit, doch was blieb uns anderes übrig? Irgendwo war dann wohl der Hund drinnen, denn Ko steckte einiges um. Die Stunde der Wahrheit rückte näher. Leander klappte die Abdeckung zu, hinter der die Leitungen verbaut waren und aktivierte die Heizung. Ich stand nur noch daneben und drückte meine Daumen bis sie weiß waren. Error 52, Gott wie hasste ich diese Heizung. Erneutes beratschlagen zwischen Leander und Ko folgte. Ko wollte die Leitungen ein zweites mal prüfen, er gab nicht auf. Leander hielt es eher für vergeudete Zeit. Er war genauso niedergeschlagen wie ich, ließ sich aber von Ko überzeugen. Gleiches Spiel von vorne. Als die letzte Leitung überprüft war hieß es erneut, Klappe hoch, Heizung ein! Nein, es sollte nicht sein, Error 52. 

Als letzter Versuch wurde das ganze System vor dem Einschalten reseted. Gesagt, getan. Wir schalteten die Heizung ein und erstmals stand keine Fehlermeldung am Display. Ein Funken Hoffnung machte sich breit. Jetzt mussten wir noch die Zündung abwarten die zeitverzögert einsetzte. Als das Geräusch der Zündung zu hören war hielten wir voller Erwartung unsere Hände vor den Luftausströmer, wo tatsächlich warme Luft heraus strömte. Sollten es zwei Japaner wirklich geschafft haben unser Montagsgerät zu reparieren, ohne vorher jemals so ein Gerät in Händen gehalten zu haben? Mit feiern hielten wir uns aber noch bedeckt! Ko räumte erstmal sein Werkzeug beiseite und ging zurück in die Werkstatt. Alle paar Minuten klopfte er an die Türe und erkundigte sich ob die Heizung noch lief. Und das tat sie! Nachdem die Standheizung eine Stunde anstandslos gelaufen war, stießen wir mit Whiskey Cola an und spürten allmählich wie sich die Sorgen in Erleichterung auflösten. Auch an Ko`s Miene konnte man deutlich erkennen, dass er glücklich war. Er und Leander konnten wirklich stolz auf sich sein. 

Manche interessiert es vielleicht was Lennox und ich in der Zeit getrieben haben, während bei den Männern die Köpfe auf Hochtouren liefen. Bestimmt nicht ganz so weltbewegendes, jedoch auch wichtiges um das Rad am Laufen zu halten. Wir hatten viel Schmutzwäsche, benötigten Lebensmittel um die Männer mit Essen zu versorgen, in der Akela Schule wurde fleissig gelernt, das Leben lieft weiter, auch wenn man wie in unserem Fall 12 Tage in der Werkstatt stand. 

Kyoshi war über den Stand der Arbeiten immer up to date, ließ aber den Jungen den Vortritt. Dafür entführte er Lennox gelegentlich. Er nahm ihn auf seinen Spaziergängen mit dem Hund mit oder wenn er Erledigungen mit dem Auto zu machen hatte, auch in der Werkstatt widmete er ihm viel Zeit. Ich vermutete, dass er gerne Enkel um sich hätte, doch seine Kinder ließen sich mit Nachwuchs Zeit. Wobei das ein Widerspruch in sich war, denn im Grunde hatte ein Japaner keine Zeit. In ihrer Arbeitseinstellung waren sie den Koreanern sehr ähnlich. Nicht selten wurde 12 bis 16 Stunden täglich gearbeitet und das an sechs Tagen dieWoche. Von den drei Urlaubswochen die einem Japaner gesetzmässig zustanden, wurden im Schnitt nur zehn Tage konsumiert. Der Grund dafür lag darin, dass man bei Vorgesetzten und Kollegen nicht den Eindruck erwecken mochte, dass einem Freizeit wichtiger wäre als der Job. 

Last but not least viel auch noch Lennox`s sechster Geburtstag in die Zeit unseres Aufenthaltes im KOC. Doch den ließen wir uns trotz unseres Heizungsdisaster nicht vermiesen. Tagsüber wurde auf Teufel komm raus mit dem neuen Lego gebaut und gespielt, während Abends eine fette Party stieg. Mit Kyoshi & Co ging es ab in ein Sushi Restaurant, sogar Remo der mittlerweile in Kyoto angekommen war ließ sich nicht betteln, und feierte mit. Mit vollen Bäuchen rollten wir zurück in das Büro der Werkstatt und verputzten noch eine Geburtstagstorte, sponsered by KOC! Lennox fiel danach hundemüde, aber mit einem breiten Grinser im Gesicht ins Bett.

Im Grunde hielt uns nichts mehr in der Stadt. Unser Sorgenkind war repariert, und die Rechnung beglichen. Allerdings machte sich keine Aufbruchstimmung breit. Kyoshi und Ko schien es ebenfalls schwer zu fallen, tschüß zu sagen. Als Kyoshi den Vorschlag auf den Tisch legte, doch noch den morgigen Sonntag gemeinsam zu verbringen, musste man uns nicht lange überreden. Bestens vorbereitet machten wir Tags darauf eine kleine Tour durch ihre Heimatstadt. Auf dem Programm standen ein Monkey Park, in dem heimische Makaken in freier Wildbahn beobachtet werden konnten, und ein Bamboo Forrest. Japaner verband eine lange Geschichte mit Bambus. In Mythen und Legenden wird die Stärke eines Mannes damit verglichen. 

Inmitten der undurchdringlichen, hochgewachsenen Baumstämme zu stehen und schier endlos nach oben zu blicken, vermittelte ein tolles Gefühl. Noch nie zuvor war ich in einem Bambuswald gewesen. Er war anders als jeder Wald, den ich zuvor gesehen hatte. Es war kalt und unsere durch gefrorenen Glieder brachten wir mit einer heißen Udon Suppe wieder auf Vordermann. Wir liebten die dicken japanischen Nudeln, die auf verschiedenste Art und Weise zubereitet wurden. Am meisten aber liebten wir, wie sie gegessen werden. Nämlich schlürfend, und das am Besten so laut wie möglich!

Gegen Abend fuhren uns Kyoshi und Ko zurück zum Truck, wo wir unsere letzte Nacht vor der Werkstatt verbrachten. Tags darauf war es dann soweit und es hieß Abschied nehmen. Auch in diesem Punk waren Japaner sehr zurückhaltend. Man gab sich hier keine Hand zur Begrüßung oder zum Abschied, und man umarmte sich auch nicht wie bei guten Freunden üblich. Hier verbeugte man sich, die Hände an die Brust gelegt. Je tiefer die Verbeugung, desto höher war die Wertschätzung gegenüber der anderen Person. Leander schnappte sich die beiden trotz japanischer Etikette und drückte sie fest ans Herz. Mit feuchten Augen sprangen wir ins Führerhaus, hupten noch einmal kräftig durch und fuhren los. Diese zwei waren wirklich der Hammer. Danke für alles!

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